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Chile: Boric von Xi Jinping zum offiziellen Staatsbesuch 2023 in China eingeladen

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Gabriel Boric und Xi Jinping beim Treffen in Bangkok
Gabriel Boric und Xi Jinping beim Treffen in Bangkok

Bangkok. Im Rahmen des Asien-Pazifik-Forums Apec 2022 hat der Staatspräsident der Volksrepublik China, Xi Jinping, seinen chilenischen Amtskollegen Gabriel Boric offiziell zu einem Staatsbesuch im nächsten Jahr eingeladen. Chiles Außenministerin Antonia Urrejola bezeichnete die im thailändischen Bangkok geführten Verhandlungen mit dem asiatischen Giganten als sehr produktiv und bestätigte die Einladung bereits.

Chile unterhält seit 1970 diplomatische Beziehungen zu China und hat die Handelsbeziehungen in den letzten Jahrzehnten konstant ausgeweitet. Heute ist China neben den USA der wichtigste Handelspartner des südamerikanischen Landes.

Wie Xi Jinping im chinesischem Fernsehen CGTN betonte, sei Chile das erste südamerikanische Land gewesen, das diplomatische Beziehungen zur Volksrepublik aufgenommen habe. Die Beziehungen hätten sich zu einem beispielhaften Modell für die Zusammenarbeit zwischen Entwicklungsländern entwickelt.

Boric erklärte, dass er angesichts des aktuellen Handelskrieges zwischen den USA und China im Vorfeld seiner Apec-Teilnahme Druck bekommen habe, seine Position klarzustellen. Zwar ging er nicht darauf ein, von wem diese Forderung ausging, erläuterte aber in diesem Zusammengang: "Wir als souveränes Land haben die Autonomie, mit der ganzen Welt Beziehungen zu unterhalten. Es ist selbstverständlich, dass in einem Wirtschaftskrieg zwischen zwei Weltmächten immer Druck ausgeübt wird, sich zu definieren, und was ich bezüglich Chiles Interessen verteidige, ist die politische Autonomie, Beziehungen frei von jeglichem Druck zu unterhalten, um nicht einen Teil auszuschließen".

Eines der wichtigsten Ziele des chilenischen Präsidenten ist es nach eigenen Angaben, die Handelsbeziehungen mit der Asien-Pazifik-Region zu stärken, bei der wirtschaftlichen Erholung voranzukommen und Direktinvestionen in Chile zu fördern. Dabei gehe es ihm nicht nur um die wirtschaftliche, sondern auch um die kulturelle Integration der verschiedenen Nationen mit dem Ziel, die Demokratie zu stärken. So traf er auch seinen Amtskollegen aus der Sozialistischen Republik Vietnam, Nguyen Xuân Phúc, und den japanischen Premierminister Fumio Kishida.

Mit Blick auf den Taiwan-Konflikt erklärte die chilenische Außenministerin Antonia Urrejola, dass die chilenische Regierung von "einem einzigen China" ausgeht, das die Insel Formosa (historischer, von Portugiesen eingeführter Name Taiwans) einschließt.

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