Soziale Bewegungen aus Mesoamerika stärken Vernetzung

Mehr als 160 Delegierte tauschen sich über Alternativen und Strategien zur kapitalistischen Krise aus

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Treffen sozialer Bewegungen in Acteal, Chiapas
Treffen sozialer Bewegungen in Acteal, Chiapas

Acteal/San Cristóbal de las Casas. Am 7. und 8. November hat in Acteal das zweite mesoamerikanische Treffen sozialer Bewegungen stattgefunden. Unter dem Motto "Wiederbegegnung im Widerstand und in den Alternativen" versammelten sich Vertreter von 40 sozialen Organisationen aus Mexiko und Mittelamerika, um sich über ihre Kämpfe auszutauschen, Gemeinsamkeiten und Alternativen aufzuzeigen und die Vernetzung zwischen den beteiligten Organisationen weiter auszubauen.

In den Sprachen Spanisch und Tzotzil wurde in Präsentationen, Workshops und Arbeitsgruppen die Auswirkungen der kapitalistischen Krise und des Extraktivismus in der Region analysiert und angeklagt. "Wir leben in einer Zeit extremer Unsicherheit aufgrund der ausufernden und unkontrollierbaren Gewalt, der Klimakrise und der großen Herausforderungen für die Bewegungen. Das kapitalistische, rassistische und patriarchale System, das jetzt mit der organisierten Kriminalität verbündet oder vernetzt ist, führt in unseren Territorien ein grausames Modell der Ausbeutung der natürlichen und kulturellen Gemeingüter durch" heißt es in der Abschlusserklärung des Treffens.

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Verschiedene soziale Bewegungen und Nichtregierungsorganisationen beteiligten sich
Verschiedene soziale Bewegungen und Nichtregierungsorganisationen beteiligten sich

Neben der Kritik und der Analyse der politischen und sozialen Situation in der Region lag der Schwerpunkt des Treffens auf dem Aufzeigen von Alternativen zum Kapitalismus und Strategien des Widerstandes. Zudem wurde über Formen der Solidarität und Vernetzung zwischen verschiedenen Akteuren der sozialen Bewegungen gesprochen. Aufgerufen zu dem Treffen hatte ein weites Spektrum an Organisationen aus sechs Ländern, darunter indigene Basisorganisationen, Nichtregierungsorganisationen, Kollektive und internationale Netzwerke, die zu Themen wie Migration, natürliche Gemeingüter, Ernährungssouveränität und Ökologie, Kommunikation sowie Gesundheit arbeiten. Die Aktivitäten waren selbstorganisiert, dazu organisierten sich die anwesenden Organisationen und Delegierten in verschiedenen Kommissionen.

In der auf dem Abschlussplenum verlesenen Erklärung verpflichten sich die beteiligten Organisationen unter anderem dazu, Alternativen und Aktionen voranzutreiben, welche die Autonomie auf den Gebieten der Energie, Gesundheit, Ernährung, Bildung, Wasserversorgung und der Kommunikation stärken sollen. Zudem soll die politische Bildungsarbeit an der Basis ausgebaut werden. 2025 wird ein weiteres Treffen in Honduras stattfinden.

Das erste Mesoamerikanische Treffen der sozialen Bewegungen fand im August 2023 in dem Dorf La Técnica Agropecuaria, im Departmento Petén in Guatemala statt. Ziel war es, die Vernetzung und Zusammenarbeit zwischen sozialen Bewegungen von Mexiko bis Panama nach der Pandemie wiederzubeleben.

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Gedenken an ermordete Aktivisten auf dem Treffen
Gedenken an ermordete Aktivisten auf dem Treffen

Das Treffen fand im Schatten der Ermordung des Priesters Marcelo Pérez Pérez (amerika 21 berichtete) und der Gewalteskalation im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas statt. Pérez wurde am 20. Oktober erschossen, nachdem er eine Messe in der Stadt San Cristóbal de las Casas gefeiert hatte. Der Priester hatte sich mit der Kirchenbasis gegen die vorherrschende Gewalt im südmexikanischen Bundesstaat eingesetzt.

Zum Abschluss der Aktivitäten wurde mit einer Gedenkzeremonie an ermordete Menschenrechtsverteidiger wie Marcelo Pérez Pérez, Simón Pedro und Berta Cáceres und die 45 Opfer des 1997 in Acteal von Paramilitärs verübten Massakers erinnert.

"Wir sehen, umarmen, grüßen, unterhalten und ermutigen uns. Das ist es, was wir in diesen schwierigen und komplizierten Momenten am meisten brauchen. Sie haben Angst vor uns, weil wir keine Angst vor ihnen haben. Deshalb müssen wir ihnen noch mehr Angst machen, darüber sprechen was passiert, anklagen und nicht schweigen," erklärte Guadalupe Vázquez Luna von der regionalen Basisorganisation Las Abejas de Acteal zum Abschluss des Treffens.