Talara. Die Regierung von Peru hat einen 90-tägigen Umweltnotstand in der Region Piura ausgerufen, nachdem am vergangenen Samstag eine massive Verschmutzung durch Öl an vier Stränden entdeckt worden war.
Durch den Notstand sollen Maßnahmen zur Sanierung erleichtert werden, um zügig mit den Aufräumarbeiten zu beginnen, Flora und Fauna zu schützen und die Gesundheit der Bewohner zu gewährleisten. Der Unfall ereignete sich am Nachmittag des 20. Dezember, als das Unternehmen Petroperú mit der Verladung von Öl auf ein Schiff im Unterwasserterminal der Talara-Raffinerie begonnen hatte. Petroperú gibt an, es seien circa 0,9 Barrel (37,8 Gallonen Öl) ausgelaufen.
Nach Angaben der Umweltaufsichtsbehörde wurden mindestens 10.000 Quadratmeter Meer und mindestens vier Strände verschmutzt.
Meerestiere wie die Meeresschildkröte, Delfine, Krebse, Tintenfische sowie Fische und Vögel sind besonders gefährdet. Tierärzte und Biologen der Nationalen Behörde für Forstwirtschaft und Wildtiere arbeiteten an der Rettung der betroffenen Tiere.
Ihnen gefällt, was Sie lesen?
Das freut uns. Unterstützen Sie unsere Arbeit. Regelmäßige Spenden helfen uns, das Projekt amerika21 nachhaltig aufzustellen.
"Der Unfall gefährdet nicht nur den ökologischen Reichtum unserer Region, sondern wirkt sich auch direkt auf die wirtschaftlichen und sozialen Aktivitäten aus, die vom ökologischen Gleichgewicht abhängen, wie die handwerkliche Fischerei und der nachhaltige Tourismus", so die Vereinigung für Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung von Talara.
Die peruanische Staatsanwaltschaft teilte mit, dass sie eine Voruntersuchung gegen Petroperú wegen mutmaßlicher Umweltverschmutzung eingeleitet hat.
Im Januar 2022 kam es im Meer vor Ventanilla in der Provinz Callao beim Entladen eines italienischen Schiffes zu einem Ölaustritt, der eine Katastrophe auslöste. Bei dem Unfall waren 11.900 Barrel Öl ins Meer geflossen. Insgesamt wurden 1.852 Tiere getötet, 15.000 Hektar Küste und Meer wurden verschmutzt, dies umfasste 46 Strände und zwei Naturschutzgebieten. Damals war das spanische Unternehmen Repsol involviert (amerika21 berichtete).
Laut einer Studie der nationalen Koordination für Menschenrechte gab es in Peru in den letzten 26 Jahren insgesamt 1.462 Notfälle durch Ölverschmutzungen und Öllecks. Im Dschungel gab es 831 Vorfälle, 609 an der Küste und 22 im Hochland. Die Region Piura verzeichnet mit 566 die zweithöchste Zahl.

