Über 12.000 Betriebsschließungen: Krise in Argentinien?

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Die Beobachtungsstelle der Argentinischen Industriebetriebe meldet einen starken Rückgang industrieller Betriebe
Die Beobachtungsstelle der Argentinischen Industriebetriebe meldet einen starken Rückgang industrieller Betriebe

Buenos Aires. Die Beobachtungsstelle der Argentinischen Industriebetriebe der kleinen und mittleren Unternehmen (IPA) meldet in der Monatsübersicht für Juni 2025, dass zahlreiche industrielle Betriebe seit Dezember 2023 ihre Tätigkeit eingestellt haben. Der Bericht dokumentiert die dramatischen Auswirkungen der aktuellen Wirtschaftspolitik unter Präsident Javier Milei auf die industrielle Landschaft von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU).

Demnach haben seit dem Regierungsantritt von La Libertad Avanza im Dezember 2023 rund 12.250 industrielle KMU ihre Produktion eingestellt. Hauptursachen sind laut IPA die durch die Regierungspolitik ausgelöste Rezession, eine übermäßige Steuerlast sowie fehlende Wettbewerbsfähigkeit gegenüber ausländischen Unternehmen. Diese wiederum können dank staatlicher Subventionen, günstiger Finanzierungen und strategischer Exportpolitik zu deutlich niedrigeren Preisen produzieren und exportieren.

Die Folgen dieser Schließungswelle sind bereits spürbar: Zwischen März 2024 und März 2025 gingen laut Bericht 74.811 Arbeitsplätze verloren. Besonders betroffen sind die öffentliche Verwaltung mit einem Abbau von 31.792 Stellen, gefolgt von der Industrie mit 18.712 Arbeitsplätzen und dem Bauwesen mit 14.413 weniger Beschäftigten. Der Präsident der IPA, Daniel Rosato, warnt vor einer "sozialen Katastrophe", da die Arbeitslosigkeit weiter steige und die Bevölkerung unter der schrumpfenden Nachfrage leide.

Die Zahl der produzierenden Unternehmen liegt dem Bericht zufolge im Juni 2025 bei 499.371 – knapp 12.000 weniger als im Vorjahr. Nur leicht übertroffen wird dieser Tiefstand von den Zahlen zur Hochphase der Pandemie, als im Juni 2020 lediglich 489.366 Unternehmen registriert waren.

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Der Bericht nennt zwar positive makroökonomische Entwicklungen, etwa bei der Inflation, dem Wechselkurs oder den Staatsausgaben, betont aber deren fragilen Charakter. Das wirtschaftliche Wachstum basiere auf wenigen Sektoren – Landwirtschaft, Erdöl, Finanzmärkte –, während Konsum, Industrie und Beschäftigung stagnieren oder schrumpfen.

Zwar ist die industrielle Produktion im April 2025 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 8,5 Prozent gestiegen, allerdings auf Basis eines extrem niedrigen Ausgangsniveaus. Im April 2024 wurde ein Minus von 16,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet.

Positiv entwickeln sich die Bereiche Möbel, Maschinenbau und Lebensmittelproduktion mit einem Plus zwischen 36,2 Prozent und 9,6 Prozent. Doch andere Sektoren wie Chemie oder Metallverarbeitung verzeichnen weiterhin leichte Rückgänge. Laut IPA erwarten lediglich 30,4 Prozent der Betriebe eine kurzfristige Verbesserung – die Mehrheit von 69,6 Prozent rechnet mit Stagnation oder weiterem Abschwung.