Zapatisten richten globales Treffen über Widerstand in Mexiko aus

portada-encuentro.jpg

Vor der Eröffnung des Treffens der Zapatisten in Chiapas
Vor der Eröffnung des Treffens der Zapatisten in Chiapas

Chiapas. Vom 3. bis 16. August haben sich im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas Delegierte von Organisationen und Kollektiven mit der Zapatistischen Bewegung getroffen. Unter dem Motto "Treffen der Widerstände und der Rebellionen. Einige Teile des Ganzen" hatte die EZLN zu einem Austausch praktischer Widerstandserfahrungen eingeladen.

An den zweiwöchigen Aktivitäten im Semillero Comandanta Ramona, im zapatistischen Verwaltungssitz von Morelia, im Landkreis Altamirano, beteiligten sich neben Delegierten aus Mexiko mehrere Hundert Personen aus 37 Ländern Lateinamerikas, Europas, Afrikas und Asiens. Ein Großteil des Treffens bestand aus den Präsentationen und Berichten über die Arbeit und Realitäten der teilnehmenden Kollektive und Organisationen und dem Austausch mit den zapatistischen Unterstützungsbasen.

Milizionäre der EZLN trugen bei der Eröffnung eine Flagge Palästinas auf dem Rücken als Zeichen der Unterstützung und Solidarität. Subcomandante Moisés, Sprecher der EZLN, erklärte: "Heute begeht das kapitalistische System in einem kleinen Teile dieser Erde einen Völkermord am palästinensischen Volk. Wir können das nicht vergessen, wir können das nicht beiseite schieben."

Wie bei vergangenen Treffen nutzten die Zapatisten wieder Theaterstücke, um Themen aufzuzeigen und zu reflektieren. An der Aufführung, die mehrere Tage dauerte, beteiligten sich Hunderte von zapatistischen Jugendlichen aus verschiedenen Dörfern und Regionen. Dabei wurde selbstkritisch über die eigenen Organisationsstrukturen wie die Juntas de Buen Gobierno und die autonomen Landkreise reflektiert und die Reproduktion von Hierarchien und schlechten Praktiken auch innerhalb der autonomen Strukturen sichtbar gemacht.

Sie schätzen unsere Berichterstattung?

Dann spenden Sie für amerika21 und unterstützen unsere aktuellen Beiträge über das Geschehen in Lateinamerika und der Karibik. Damit alle Inhalte von amerika21.de weiterhin für Alle kostenlos verfügbar sind.

Diese Selbstkritik und Analyse ist Teil der aktuellen Transformation der zivilen Organisationsstrukturen der Zapatisten. Dies soll sicherstellen, dass Entscheidungen von unten kommen, horizontal artikuliert werden und eine Machtanhäufung vermieden wird. Im Anschluss an das Theaterstück wurde eine Holzpyramide angezündet und umgestürzt, eine symbolische Anspielung auf die Zerstörung von Hierarchien und Unterdrückungsmechanismen.

Als Alternativen zum Kapitalismus setzen die Zapatisten auch auf die Erhaltung und Wiederbelebung des Wissens der indigenen Dörfer. So gab es unter anderem Vorführungen zu Heilpflanzen, ökologischer Landwirtschaft und dem Bau von Unterkünften. Während der 14 Veranstaltungstage gab es zudem kulturelle Aktivitäten wie Musik, Karaoke und Wandmalereien.

Die Veranstaltung ist Teil der internationalen Treffen der Rebellionen und Widerstände 2024-2025, zu denen die EZLN unter dem Thema "Der Sturm und der Tag danach" eingeladen hat. Weitere Aktivitäten sind zwischen Oktober und Dezember angekündigt.