Segelschiff bringt Hilfsgüter von Mexiko nach Kuba

Solaranlagen für Kinderkrankenhaus in Havanna. Zapatistas unterstützen Aktion

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Das Schiff der Hilfsorganisation Open arms hat Kuba erreicht
Das Schiff der Hilfsorganisation Open arms hat Kuba erreicht

Havanna/San Cristóbal de Las Casas. Am Sonntag hat das Segelschiff Astral aus Spanien nach Zwischenstopp in Mexiko mit humanitären Hilfsgütern Kuba erreicht. Die spanische Hilfsorganisation Open Arms hat diese Kampagne "Auf nach Kuba" mit der Unterstützung von über 150 anderen Organisationen durchgeführt. Dafür haben mehr als 4.000 Menschen über 170.000 Euro gespendet. Damit konnten sie sieben Tonnen Hilfsgüter für das Juan-Manuel-Márquez-Kinderkrankenhaus in Havanna liefern, vor allem Solaranlagen und Medikamente.

Eine Besonderheit mit starker Symbolik befand sich noch an Bord des Segelschiffes: ein kleines Boot namens Lacandona, das zu der Art von Kanus gehört, die vor fünf Jahren aus den Bergen des Lacandona-Waldes in Chiapas den Atlantik nach Europa überquerten. Die Zapatistas wollten damals mit der Aktion den Lauf der Geschichte der europäischen Eroberungen des amerikanischen Kontinents konterkarieren und sich der Kolonisierung widersetzen.

Zur aktuellen Aktion erläuterte Capitán Marcos von der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung (EZLN) auf einem Workshop in San Cristóbal de las Casas gegenüber der Presse. "In diesen Tagen landet unsere Schwesterorganisation Open Arms an der kubanischen Küste, um die kubanische Bevölkerung mit dringend benötigter Unterstützung zu versorgen. So wie die kleine Lacandona die jüngere Schwester der Astral und das kleinste Boot ist, das Schiffbrüchige aus militärischen, wirtschaftlichen und rassistischen Kriegen rettet, so sind auch unsere Worte und Taten ein weiterer Teil der großen Familie all jener, die den Kampf ums Überleben als notwendig, dringend und unabdingbar anerkennen. Der kleinste, gewiss, aber dennoch Teil des Ganzen."

Aus dem Solidaritätsprojekt "Global Movement to Gaza Mexico" hieß es dazu, internationale Solidarität könne Blockaden durchbrechen, und die aktuelle Mission "Auf nach Kuba" von Open Arms sei mehr als nur eine Hilfslieferung; vielmehr ist sie "ein Mahnmal dafür, dass die Weltbevölkerung nicht zulassen wird, dass die imperialistische Belagerung das Leben von Kindern auslöscht."

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Die Initiatoren dieses Solidaritätsprojekts sind Miguel Urbans, ein spanischer Politiker und Aktivist, Mitbegründer der Linkspartei Podemos und Leiter von Anticapitalistas, der von 2015 bis 2024 auch Mitglied des Europäischen Parlaments war. Óscar Camps ist Initiator des humanitären Projekts Open Arms, das seit vielen Jahren im Mittelmeer Leben rettet und die globale Sumud-Flottille in Solidarität mit den Menschen in Gaza und Palästina unterstützt hat. Die in Kuba eingetroffenen Aktivisten werden von einer Gruppe von Mitgliedern des Europäischen Parlaments, weiteren Abgeordneten und Vertretern der Zivilgesellschaft begleitet. Zu ihnen gehören Ana Miranda, Mitglied des EU-Parlaments und Politikerin des galicischen nationalistischen Blocks, Aïda Llauradó Álvarez, katalanische Politikerin mit Verbindungen zu Catalunya en Comú und Provinzabgeordnete in Barcelona. Auch Susana Moreno, katalanische Politikerin und Mitglied der Candidatura d’Unitat Popular und Ana Gabriel I Sabaté, katalanische Politikerin und Aktivistin.

Bei der Begrüßungszeremonie in Havanna für das Segelboot waren Fernando González Llort, Held der Republik Kuba und Präsident vom Institut für Völkerfreundschaft (ICAP), sowie der Vizegouverneur von Havanna Reinol García Moreiro anwesend. Oscar Camps sagte bei einem Interview, es sei wichtig, aktiv zu werden, die Komfortzone zu verlassen und etwas Konkretes zu unternehmen. "Und genau das können wir mit unseren Ressourcen und dem, was wir bisher erreicht haben, tun. Wenn das einige Regierungen in der Europäischen Union oder den USA stört, nun gut. Ich glaube, dass Solidarität und Zivilgesellschaft in diesem Projekt Hand in Hand gehen, und wir können die Menschen in Kuba, die Schwachen, die Kranken, die Alten, die Kinder, nicht im Stich lassen."

Seit der weiter verschärften Blockade der USA gegen Kuba ist dort die Versorgungslage dramatisch und betrifft vor allem das Gesundheitswesen, weil die massiven Stromausfälle die ärztliche Versorgung zeitweise verunmöglichen. Daher sind Lieferungen von Solaranlagen und medizinischen Materialien und Geräten lebenswichtig.

Der Außenminister der Republik Kuba, Bruno Rodríguez, äußerte sich dankbar zu der Solidaritätslieferung per Segelschiff: "Dieses Beispiel internationaler Solidarität zeigt, dass Kuba angesichts der erdrückenden Lage und der US-Blockade nicht allein ist."