Lima. Am 9. Dezember 2025 haben das peruanische Militär und das südkoreanische Rüstungsunternehmen Hyundai Rotem eine strategische Vereinbarung unterzeichnet, laut der Peru insgesamt 195 gepanzerte Fahrzeuge erwirbt. Darunter sind 54 Hauptkampfpanzer des Typs K2 Black Panther sowie 141 Rad-Panzerfahrzeuge bzw. gepanzerte Transportwagen.
Nach Angaben aus dem südkoreanischen Präsidentenamt handelt es sich um den größten Export von Bodenausrüstung, den Südkorea jemals nach Lateinamerika abgeschlossen hat. Damit würde der K2-Panzer erstmals außerhalb Europas zum Einsatz kommen.
Gemäß dem Abkommen wird die Lieferung gemeinsam mit der staatlichen peruanischen Rüstungsfirma FAME S.A.C. erfolgen. Teilweise sollen die Fahrzeuge in Südkorea gefertigt und exportiert werden. Mittelfristig ist jedoch vorgesehen, eine Montage- und Produktionsanlage in Peru einzurichten. In einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums heißt es, der Vertrag umfasse neben der Ausrüstung auch Technologietransfer und industrielle Kooperation, um die eigene Verteidigungsindustrie zu stärken.
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Vertreter des peruanischen Verteidigungsministeriums erklärten, mit dem Deal solle die Armee angesichts eines Verteidigungsbedarfs, der durch veraltete Fahrzeuge der alten Generation (z. B. sowjetische Modelle) nicht mehr gedeckt gewesen sei, auf moderne, zuverlässige und zeitgemäße Ausrüstung umgestellt werden. Den Rahmen bildet ein weitreichendes Modernisierungsprogramm für die gepanzerten Kräfte, das neben Lieferung und Ersteinsatz auch eine langfristige Zusammenarbeit vorsieht. Laut offiziellen Angaben sollen ab 2029 Teile und Komponenten zunehmend in Peru gefertigt werden, mit Hilfe des gemeinsamen Produktionsstandortes. Damit will Peru nicht nur seine militärische Schlagkraft erhöhen, sondern auch industrielle Kapazitäten im Land aufbauen.
Die peruanische Zeitung La República weist darauf hin, dass das Militär bereits 60 Millionen US-Dollar für gepanzerte Fahrzeuge bezahlt hatte, obwohl diese 2023 offiziell ausgesondert oder disqualifiziert worden waren. Damals soll das betreffende Modell (ein südkoreanischer Panzer) die Anforderungen nicht erfüllt haben. Der Kauf wurde über die staatliche Rüstungsfabrik Fábrica de Armas y Municiones del Ejército (FAME) abgewickelt – ohne öffentliche Ausschreibung. Die Kontrolleinrichtung Contraloría General de la República warnt vor Mängeln im Vergabeprozess und sieht das Risiko, dass Lieferungen nicht termingerecht erfolgen könnten. Kritisiert wird insbesondere die Intransparenz: Offizielle Verträge und Zeitpläne seien nicht öffentlich zugänglich und die rechtliche Grundlage der direkten Beauftragungen ohne Ausschreibung wird als problematisch angesehen.
Anfang Dezember fand die Rüstungsmesse ExpoDefensa in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá statt. Sie ist derzeit der wichtigste Treffpunkt in Lateinamerika für Rüstungs- und Sicherheitsindustrie: Hersteller, Staaten und Militärdelegierte kommen dort zusammen, um Kontakte zu knüpfen, Angebote zu sondieren und mögliche Beschaffungen zu diskutieren. Es kam zu massiven Protesten vor der Veranstaltung, viele lateinamerikanische Bewegungen kritisieren die Rüstungsvorhaben ihrer Staaten.


