Chile. In Chile ist die Stichwahl um die Präsidentschaft am Sonntag mit einem klaren Ergebnis abgeschlossen. Nach der Auszählung von mehr als 95 Prozent der Stimmen gewann José Antonio Kast die Stichwahl mit rund 58 Prozent und wird neuer Präsident des Landes. Seine Gegenkandidatin Jeannette Jara erreichte knapp 42 Prozent. Die Wahlbeteiligung war hoch.
Kast ist von der Republikanischen Partei und hatte bereits im Wahlkampf auf ein hartes Durchgreifen gegen Kriminalität, strenge Migrationspolitik und eine Stärkung der öffentlichen Sicherheit gesetzt (amerika21 berichtete). Diese Themen dominierten die Debatten in den Wochen vor der Stichwahl und trafen bei breiten Wählergruppen auf Resonanz.
Jara, ehemalige Arbeitsministerin und Kandidatin der linkeren Koalition Unidad por Chile, rief ihre Anhänger:innen nach der Niederlage dazu auf, den demokratischen Willen des Landes zu respektieren. In einer am Abend veröffentlichten Rede auf TVN sagte sie: "Die Demokratie hat laut und deutlich gesprochen." Sie gratulierte Kast zu seinem Wahlsieg.
"Während des kurzen Wahlkampfs waren Tausende Brigaden im ganzen Land unterwegs," erklärt ein offizieller Wahlbeobachter vom Kommando Jara gegenüber amerika21. Weiter sagt er: "Während des ganzen Tages herrschte ein vorsichtiger Optimismus für einen Wahlsieg von Jara vor." Die Wahlbeobachter:innen von Jara waren vor allem junge Menschen und Anwohner:innen aus den jeweiligen Gemeinden. Die vom Wahlamt akkreditierten Wahlbeobachter:innen haben Kontrollfunktion während des Wahlvorgangs. "Niemand hat mit einem so klaren Wahlsieg des ultrarechten Kandidaten gerechnet", berichtet er weiter und sagt: "Nach der unerwarteten Niederlage geht nun darum alles zu tun, um bei den Kommunalwahlen in zwei Jahren den Vormarsch der rechten und ultrarechten Parteien zu stoppen."
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Jara setzte sich in den zwei wichtigsten Hafenstädten des Landes - San Antonio und Valparaiso - durch und gewann im Grossraum von Santiago in 21 Gemeinden. Auffällig war das Ergebnis der Auslandschilen:innen, die in den Botschaften und Konsulaten weltweit abstimmten. In dieser Gruppe entfielen etwa 65 Prozent der Stimmen auf Jara, ein Gegensatz zum nationalen Gesamtbild.
Der Wahlablauf verlief landesweit geordnet. Die Wahllokale öffneten am Vormittag und schlossen am Abend gemäß den Vorgaben der chilenischen Wahlbehörde. Nach Schließung der Urnen wurde unverzüglich mit der Auszählung begonnen, und die ersten offiziellen Zwischenergebnisse lagen bereits wenige Stunden später vor.
Kast wird sein Amt am 11. März 2026 antreten. Beobachter:innen erwarten eine Verschiebung der Politik nach rechts.


