Bürgermeister und 156 Polizisten in Chiapas festgenommen

Razzia der Nationalgarde in Chiapas. 156 Polizisten vorübergehend in Gewahrsam. Gegen elf Beamte werden Verfahren eröffnet

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11 Polizisten wird in Chiapas Zusammenarbeit mit der organisierten Kriminalität vorgeworfen.
11 Polizisten wird in Chiapas Zusammenarbeit mit der organisierten Kriminalität vorgeworfen.

Tuxtla Gutiérrez. Im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas ist der Bürgermeister der Gemeinde Cintapala, Ernesto Díaz Cruz, wegen mutmaßlichen Machtmissbrauchs und Verbindungen zur organisierten Kriminalität festgenommen worden. Das hat die Generalstaatsanwaltschaft Mexikos (FGE) am 6. Januar bekannt gegeben.

Die Verhaftung des Morena-Politikers geschah im Rahmen einer breit angelegten Razzia der Nationalgarde, bei der 156 lokale Polizisten verschiedener Dienstgrade in den Gemeinden Cintapala, Jiquipilas und Ocozocoautla vorübergehend festgenommen wurden. Dabei wurden Drogen, Waffen, Handys und Funkgeräte beschlagnahmt.

Gemäß ersten Ermittlungen operierte die organisierte Kriminalität der Region direkt von öffentlichen Ämtern aus. Die 156 Polizisten sowie der Bürgermeister wurden nach ihrer Festnahme einem Haftrichter in der Hauptstadt Tuxtla Gutiérrez vorgeführt. Nach der Prüfung des Beweismaterials sowie der amtlichen Dokumente der festgenommenen Polizisten wird nur gegen elf von ihnen ein Gerichtsverfahren eröffnet.

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Einige der Beamten wurden beschuldigt, Überwachungsarbeit anhand von Drohnen und KI für die Gruppen der organisierten Kriminalität durchgeführt zu haben. Das wird mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren bestraft, informierte der chiapanekische Generalstaatsanwalt Jorge Luis Llaven Abarca.

Die Ermittlungen begannen im Dezember 2025 nach einer Reihe von Angriffen des Drogenkartells Cartel Jalisco Nueva Generación in der chiapanekischen Gemeinde Villaflores, bei denen zwei Bars in Brand gesetzt wurden. Die Kriminellen entführten dabei acht Zivilisten. Die Opfer wurden Tage später tot aufgefunden.

Bei der Vorstellung der Gesamtbilanz der Kriminalitätsrate in Chiapas sprach Llaven Abarca von einem Rückgang der vorsätzlichen Tötungsdelikte um 50 Prozent, von 662 Mordfällen im Jahr 2024 auf 324 Fälle im vergangenen Jahr.