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Boot aus USA greift kubanisches Schiff vor Küste an

In Florida registriertes Schnellboot dringt in kubanische Gewässer ein. Angreifer schießen auf Grenzboot, Kommandant verletzt. Vier Angreifer getötet, sechs verletzt, ein US-Bürger festgenommen

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Vor der kubanischen Küste kam es zu einem Angriff auf die Küstenwache
Vor der kubanischen Küste kam es zu einem Angriff auf die Küstenwache

Havanna/Villa Clara. Am Mittwochmorgen ist es zu einem bewaffneten Angriff auf eine Einheit der kubanischen Grenzschutzbeamten an der Nordküste der zentral gelegenen Provinz Villa Clara gekommen. Im Dunkel der Nacht war ein in Florida registriertes Schnellboot in den kubanischen Hoheitsgewässern entdeckt worden, als es sich der Küste näherte. Als sich ein Boot der Grenzschutztruppen mit fünf Soldaten zwecks Identifizierung näherte, wurde nach kubanischen Angaben vom eindringenden Boot aus ohne Vorwarnung geschossen und der Kommandant der Grenzschützer verletzt. Durch den folgenden Schusswechsel wurden vier Angreifer getötet und sechs verletzt, die evakuiert und medizinisch versorgt wurden.

Bei den zehn Besatzungsmitgliedern wurden nach kubanischen Angaben Sturmgewehre, Handfeuerwaffen, selbstgebaute Sprengkörper, kugelsichere Westen, Zielfernrohre und Tarnuniformen gefunden und beschlagnahmt. Es soll sich um Kubaner mit Wohnsitz in den USA handeln. Bei den Überlebenden wurde die Identität festgestellt, ebenso bei einem der Getöteten. Die meisten von ihnen sind wegen krimineller und gewalttätiger Aktivitäten bekannt, hieß es in einer Mitteilung des kubanischen Innenministeriums. 

Unter den Terroristen befänden sich auch zwei Personen, die auf der nationalen Liste der Personen und Organisationen stehen, gegen die gemäß der Resolution 1373 des UN-Sicherheitsrats strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet wurden. Sie werden von den kubanischen Behörden gesucht, weil sie an der Förderung, Planung, Organisation, Finanzierung, Unterstützung oder Durchführung von terroristischen Handlungen beteiligt gewesen seien. 

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Darüber hinaus wurde ein US-Bürger festgenommen, der die bewaffnete Infiltration sicherstellen sollte. Er habe seine Vorhaben und Taten inzwischen gestanden, schrieb das Innenministerium. Gleichwohl sollen die Ermittlungen in Kuba bis zur vollständigen Aufklärung des Sachverhalts fortgesetzt werden.

Die kubanische Regierung reagierte umgehend und unterstrich mit Blick auf die militärische US-Präsenz und die Drohungen aus Washington: "Angesichts der aktuellen Herausforderungen bekräftigt Kuba seine Bereitschaft, seine Hoheitsgewässer zu schützen, da die nationale Verteidigung ein grundlegender Pfeiler des kubanischen Staates zum Schutz seiner Souveränität und der Stabilität in der Region ist."

US-Spitzenpolitiker hatten nach dem militärischen Einsatz gegen Venezuela angedeutet, aus jenem Erfolg könnten sie in Bezug auf Kuba lernen. Daraus schließen Experten, dass die jüngste bewaffnete Attacke Teil einer umfangreichen Eskalationsstrategie der USA sein könne.