Bogotá. In ihrer Eröffnungsrede beim CELAC-Afrika-Forum hat die kolumbianische Vizepräsidentin Francia Márquez die Länder Lateinamerikas und der Karibik dazu aufgerufen, die Zusammenarbeit mit Afrika zu vertiefen, um eine birregionale wirtschaftliche Kooperation voranzutreiben.
Die Veranstaltung fand vom 18. bis 21. März in der kolumbianischen Hauptstadt statt. Im Verlauf der Treffen wurden gemeinsame Herausforderungen wie Süd-Süd-Investitionen, Klimawandel, Ernährungssicherheit, digitale Gerechtigkeit und historische Reparationen thematisiert.
Von strategischer Bedeutung ist die Beziehung zwischen der Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (CELAC) und dem afrikanischen Kontinent, da beide Regionen zusammen mehr als zwei Milliarden Menschen umfassen. Dies entspricht etwa einem Drittel der Weltbevölkerung. Márquez hob hervor, dass es sich um tief komplementäre Volkswirtschaften handle, insbesondere in Bereichen wie Landwirtschaft, Energie, strategischer Bergbau und digitale Wirtschaft. Die Vizepräsidentin erklärte, das Forum biete "die Möglichkeit, neue Süd-Süd-Wertschöpfungsketten aufzubauen, unsere Märkte zu diversifizieren und eine gerechtere und ausgewogenere wirtschaftliche Integration zu fördern".
Nur vier Staats- und Regierungschefs der insgesamt 33 eingeladenen Länder bestätigten ihre Teilnahme. Die übrigen Staaten entsandten Delegationen unter Leitung von Ministern, was eine der geringsten Beteiligungen in der jüngeren Geschichte des Forums darstellt. Anwesend waren unter anderem der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, der Premierminister von St. Vincent und den Grenadinen, Ralph Gonsalves, sowie Uruguays Präsident Yamandú Orsi, der die Pro-tempore-Präsidentschaft des multilateralen Mechanismus übernahm und sich mit Präsident Gustavo Petro traf.
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Darüber hinaus führte der kolumbianische Präsident ein bilaterales Treffen mit dem Staatsoberhaupt der Republik Burundi, Évariste Ndayishimiye, der zugleich Vorsitzender der Afrikanischen Union ist. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen Außenhandel, die Stärkung der internationalen Beziehungen, Entwicklungszusammenarbeit und wirtschaftliche Fragen.
Vizepräsidentin Márquez präsentierte sich institutionell und stellte die Bedeutung der Zusammenarbeit mit dem Globalen Süden in den Vordergrund, um die Geschichte der birregionalen Beziehungen "neu zu schreiben". Präsident Petro wiederum stand zuletzt wegen seiner aktiven Rolle im Zusammenhang mit den Ergebnissen der jüngsten Parlamentswahlen, der aktuellen politischen Lage sowie durch seinen Auftritt als Statist in einer mit öffentlichen Mitteln finanzierten Filmproduktion über Admiral Padilla im Fokus der Öffentlichkeit.
Besonders hervorgehoben wurde eine der Partnerschaften, die im Rahmen des "Dialogs der Wissensformen aus dem Globalen Süden" zustande kam, bei dem Fortschritte in den Bereichen akademische Kooperation, sprachliche Vielfalt, Wissensnetzwerke und Mobilität erzielt wurden – mit Blick auf eine birregionale Agenda für die Hochschulbildung bis 2026. Vor den internationalen Delegationen verwies die Vizepräsidentin zudem auf die anhaltenden Auswirkungen des Kolonialismus auf die Beziehungen zwischen den Regionen und betonte: "Man hat uns glauben lassen, wir seien weit voneinander entfernt, doch in Wirklichkeit sind wir uns sehr nahe."
Die Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (CELAC) ist ein regionaler Verband lateinamerikanischer und karibischer Länder. Die Gemeinschaft besteht aus allen souveränen Staaten Amerikas außer Kanada und den Vereinigten Staaten und hat eine Gesamtbevölkerung von über 550 Millionen Menschen sowie eine Gesamtfläche von mehr als 20 Millionen Quadratkilometern.

