Venezuela / Politik

Großkundgebung gegen Sanktionen in Venezuela, Regierung kündigt Lohnerhöhung an

Regierung schließt Kundgebungsreihe gegen US-Sanktionen. Delcy Rodríguez kündigt 240 US-Dollar Mindesteinkommen an. Renten steigen um 40 Prozent

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Venezuelas geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez auf der Kundgebung
Venezuelas geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez auf der Kundgebung

Caracas. In Venezuela ist am 30. April die "Große Nationale Pilgerfahrt" zu Ende gegangen, eine von der Regierung organisierte Kundgebungsreihe gegen die US-Sanktionen. Die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez führte die Schlusskundgebung in Caracas vor Tausenden von Anhänger:innen an.

Gemeinsam mit ihrem Bruder, Parlamentspräsident Jorge Rodríguez, sowie Innenminister Diosdado Cabello und weiteren Mitgliedern der Regierung betonte Rodríguez die Geschlossenheit der Regierung.

Die Pilgerfahrt-Kampagne war am 19. April anlässlich des 216. Jahrestags der venezolanischen Unabhängigkeitserklärung gestartet (amerika21 berichtete). Mit Demonstrationen in zahlreichen Bundesstaaten wurde die Aufhebung der über 1.000 einseitigen Zwangsmaßnahmen der USA gegen Venezuela gefordert. Die Sanktionen gelten als Hauptursache der wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die das Land seit 2017 durchlebt.

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Großer Andrang beim Abschluss der Nationalen Pilgerfahrt am Donnerstag in Caracas
Großer Andrang beim Abschluss der Nationalen Pilgerfahrt am Donnerstag in Caracas

Einige der Einschränkungen wurden zuletzt nach dem völkerrechtswidrigen militärischen Angriff der USA und der Entführung von Präsident Nicolás Maduro aufgeweicht, etwa das komplette Verbot für US-Firmen, mit dem venezolanischen Staat oder staatseigenen Unternehmen Geschäftsbeziehungen zu unterhalten. Die Mehrzahl der Sanktionen bleibt jedoch nach wie vor in Kraft.

Anlässlich der Großdemonstration in Caracas verkündete Delcy Rodríguez eine Anhebung des "integralen Mindesteinkommens" auf den Gegenwert von 240 US-Dollar pro Monat. Die Altersrenten sollen um 40 Prozent auf 70 US-Dollar steigen. Rodríguez rief auch den Privatsektor dazu auf, die Löhne auf dieses Niveau anzuheben.

Als weiteres Ziel der Regierung gab Rodríguez die Formalisierung der Arbeitsverhältnisse aus. Wie in vielen anderen lateinamerikanischen Staaten arbeitet in Venezuela ein beträchtlicher Teil der Beschäftigten im informellen Sektor. Dies habe auch die Entwicklung der Löhne und Renten beeinträchtigt, sagte Rodríguez. "Wir müssen die Arbeit formalisieren, damit die Leute den Schutz des Gesetzes und des Staates haben", so die geschäftsführende Präsidentin.