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Gefahr eines Angriffs der USA auf Kuba wächst

Mögliche Militärplanung in den USA. Kubas Zivilschutz gibt einen Leitfaden aus. Hapag-Lloyd und CMA-CGM setzen Kuba-Routen aus

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Vorbereitungen auf den Ernstfall in Kuba
Vorbereitungen auf den Ernstfall in Kuba

Washington/Havanna. Die US-Regierung hat ihre Gangart gegen Kuba erneut verschärft und setzt nun zunehmend auch auf die militärische Karte. Nachdem zu Beginn des Monats bereits neue extraterritoriale Sanktionen gegen ausländische Investoren verhängt wurden, bereiten die USA jetzt allem Anschein nach einen Militärschlag gegen die Karibikinsel propagandistisch vor. So berichtete das US-Nachrichtenportal Axios am vergangenen Sonntag unter Berufung auf Geheimdienstinformationen vom Kauf militärischer Drohnen durch die Regierung in Havanna. In der von zahlreichen Nachrichtenagenturen übernommenen Meldung wurde dabei der Eindruck erweckt, dass die kubanischen Streitkräfte Präventivschläge gegen US-Ziele planten.

Diese Spekulationen über einen möglichen offensiven Einsatz dieser Waffen, deren Kauf nicht bestätigt wurde, wies nicht nur die kubanische Regierung umgehend zurück. Der demokratische Senator Ruben Gallego aus Arizona warf seiner Regierung das bewusste Verbreiten von Falschinformationen mit dem Ziel der Rechtfertigung einer Invasion vor. Wörtlich sagte er, "kein Land würde in der aktuellen wirtschaftlichen und militärischen Lage, in der sich Kuba befindet, jemals einen Präventivschlag gegen eine Supermacht wie die USA führen" und schlussfolgerte, dass dies "lediglich Propaganda" sei, "um Argumente für eine Invasion Kubas zu liefern".

Angesichts der zu befürchtenden weiteren Zuspitzung des Konflikts mit den USA hat der kubanische Zivilschutz die Bevölkerung des Landes zur Vorbereitung auf den Kriegsfall aufgerufen. Die neunseitige Handreichung "Guía familiar para la protección ante una agresión militar" (Familienleitfaden zum Schutz vor militärischer Aggression) richtet sich an die nicht-wehrfähigen Bevölkerungsteile hinsichtlich der Ergreifung von Maßnahmen zur Organisation, zum Schutz sowie zur Ersten Hilfe. Besonders wird in dem Handbuch auf die Gefahr von Luftangriffen hingewiesen und konkrete Verhaltensmaßnahmen dargelegt.

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Als Reaktion auf die neuen US-Sanktionen sowie in Anbetracht einer möglichen kriegerischen Auseinandersetzung haben mit Hapag Lloyd und CMA-CGM zwei für den Handel mit Kuba wichtige Reedereien bis auf Weiteres ihr Kuba-Geschäft ausgesetzt. Es ist damit zu rechnen, dass mit dieser Entscheidung bis zu 60 Prozent der Schiffstransporte von und nach Kuba entfallen.

Unterdessen hat die US-Regierung vor dem Hintergrund des nach wie vor ungelösten Iran-Konflikts die Ausnahmegenehmigung zum Kauf russischen Öls um weitere 30 Tage verlängert. Damit steigt die Chance auf weitere Lieferungen aus Russland. Da nach Angaben der kubanischen Behörden die Ölreserven nahezu aufgebraucht sind, wären neuerliche Öllieferungen der Regierung in Moskau von großer Bedeutung für Kuba.