Peru / Politik

Fujimori liegt in Peru nach Teilauszählung vorn

Nach Auszählung von über 66 Prozent hat Ultrarechte rund fünf Prozentpunkte Vorsprung. Der linke Gegenkandidat könnte noch von ländlichen Stimmen profitieren

wahlen_peru.jpg

Nach aktuellem Stand der Auszählung hat die Mehrheit der Wähler für Fujimori gestimmt
Nach aktuellem Stand der Auszählung hat die Mehrheit der Wähler für Fujimori gestimmt

Lima. Nach Auszählung von 66,8 Prozent der Stimmen kommt die Kandidatin Keiko Sofia Fujimori Higuchi der Partei Fuerza Popular (Volkskraft) auf 52,7 Prozent der Stimmen. Der linke Kandidat Roberto Helbert Sánchez Palomino von der Partei Juntos por el Perú (Zusammen für Peru) kommt auf 47,3 Prozent. Beide trennen aktuell rund 700.000 Stimmen. Fujimori konnte bis 23 Uhr (peruanischer Ortszeit) gut 6,8 Millionen Stimmen erreichen, Sánchez kommt auf etwas über 6,1 Millionen Wähler.

Sánchez könnte allerdings zum Ende der Auszählung noch aufholen. In der ersten Wahlrunde hatte er zunächst weit abgeschlagen auf dem vierten Platz gelegen und nach Auszählung in abgelegenen Landesteilen doch noch knapp die Stichwahl erreicht (amerika21 berichtete). Die Auszählung der letzten Stimmen hatte sich lange hingezogen, erst mehrere Wochen nach der Wahl hatte das Ergebnis endgültig festgestanden.

Dies soll sich nach Aussagen der Wahlbehörde bei der Stichwahl aber nicht wiederholen. Laut CNN will die Wahlbehörde alle 15 Minuten aktuelle Ergebnisse bekannt geben. Allerdings kommentiert der Redakteur Gonzalo Zegarra am Sonntagabend ebenfalls auf CNN, dass trotz der "deutlich einfacheren Wahl und der Bemühungen, die Fehler der ersten Runde zu korrigieren, strukturelle Probleme die Auszählung verzögern". Laut Zegarra "werden die Stimmen aus ländlichen Gebieten und dem Ausland heute Abend und auch am Montag nicht eintreffen."

Über den Tellerrand schauen?

Mit Ihrer Spende können wir Ihnen täglich das Geschehen in Lateinamerika näher bringen.

Sánchez rief am Sonntagabend seine Anhänger zur Verteidigung der Stimmen auf. "Ich appelliere an unsere Repräsentanten, die soziale Bewegung und die demokratischen Institutionen, die Wahlergebnisse und die Stimme des Volkes zu respektieren und deren Respekt einzufordern", sagte Sánchez bei einer Ansprache vor Anhängern im Zentrum von Lima.

Die bisherigen Ergebnisse machen die Spaltung des Landes nach Regionen deutlich. Sánchez hat vor allem im indigenen und ländlich geprägten Süden viele Anhänger, Fujimori bekommt Stimmen vor allem in der Hauptstadtregion und im Norden. So kam nach Zahlen der Wahlbehörde Onpe beispielsweise Fujimori im nordwestlichen Departamento Tumbes nach 75,2 Prozent ausgezählter Stimmen auf 64,5 Prozent, im südlichen Departamento Tacna dagegen führt Sánchez nach 79,3 Prozent ausgezählter Stimmen mit 69,5 Prozent.

Aktualisierung der Redaktion: Nach 93,24 Prozent der ausgezählten Stimmen zeichnet sich am Montagmorgen (Ortszeit) ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab. Fujimori kommt auf 50,06 Prozent, Sánchez auf 49,94 Prozent. Der Unterschied zwischen beiden beträgt nur noch rund 22.000 Stimmen.