Thorben Austen

UN-Experten fordern Stopp von Räumungsbefehlen und Vertreibungen in Honduras

Neue Gesetze bevorzugen die Agrarindustrie. Gewalt gegen Kleinbauern und eine Ernährungskrise werden befürchtet
Tegucigalpa. Experten der Vereinten Nationen (UN) haben sich in zwei Dokumenten an den Staat Honduras gewandt und die aktuelle Politik in Landfragen scharf kritisiert. Im Fokus stehen die Dekrete 107–2026 und 84–2026, die in den vergangenen Monaten in Honduras beschlossen wurden.... weiter

Nicaragua will mit Verfassungsreform Teile der Opposition ausschließen

USA und mehrere Regierungen in Lateinamerika kritisieren den Schritt. Managua verweist auf den Schutz der Souveränität
León/Managua. Das Parlament in Nicaragua hat in erster Sitzung einstimmig für Änderungen in der Verfassung gestimmt. Endgültig beschlossen werden diese erst in zweiter Lesung am 18. Januar 2027. Der Beschluss am Dienstag wurde in einer außerordentlichen Parlamentssitzung vor der... weiter

Expräsident von Honduras: Verurteilt, von Trump begnadigt und jetzt Verfahren eingestellt

Juan Orlando Hernández war wegen Betrugs und Geldwäsche angeklagt. Gericht in Tegucigalpa beendete Prozess wenige Tage nach Beginn. Anhänger der linken Libre kündigen Proteste an
Tegucigalpa. Nur wenige Tage nach Prozessbeginn hat ein Gericht in Tegucigalpa das Verfahren gegen den Expräsidenten von Honduras, Juan Orlando Hernández, eingestellt. Dies teilte der Sprecher der Justizbehörde, Carlos Silva, am Dienstag mit. Hernández war des Betrugs und der... weiter

Streit in Guatemala um neues Wassergesetz

Initiative soll Wasser als Menschenrecht definieren. 52 Prozent der Bevölkerung nutzen kontaminiertes Wasser. Indigene Organisationen sehen Bevorzugung des Privatsektors. Ministerin zurückgetreten
Guatemala-Stadt. In Guatemala ist ein politischer Konflikt um den Zugang zu Wasser entbrannt. Die sozialdemokratische Regierung von Bernardo Arévalo hatte Anfang August im Kongress die Gesetzesinitiative 6818 eingebracht, besser bekannt als ley de aguas (Wassergesetz). Die... weiter

"Front für Demokratie" will den Pakt der Korrupten in Guatemala stoppen

Keine Einigung im progressiven Lager. Präsident Arévalos sozialdemokratisches Umfeld gespalten
Guatemala-Stadt. Ein Bündnis in Guatemala will bei den Wahlen im Juni 2027 den möglichen Sieg undemokratischer und korrupter Kräfte verhindern. Der Zusammenschluss trägt den vielversprechenden Namen "Pacto Democrático por Guatemala. Unidad Nacional para la Democracia y la... weiter

Konferenz in Kuba zu 100 Jahren mit Fidel

In Havanna läuft vom 10. bis 12. August eine internationale Tagung zu seinem 100. Geburtstag. Grußworte kamen unter anderem von der KP Chinas und der Europäischen Linken
Havanna. 1.500 Teilnehmer nehmen an der Internationalen Konferenz "Fidel: Vermächtnis und Zukunft" teil, die vom 10. bis zum 12. August in Havanna stattfindet. Zum Beginn der Veranstaltung wurde ein Video mit Etappen aus dem Leben des 2016 verstorbenen Revolutionsführers Fidel... weiter

Solidarität mit Kuba auf Deutschlands höchstem Berg

Acht Aktivisten hissten auf Zugspitze ein Banner gegen US-Blockade. Aktion zum Jahrestag des Angriffs auf die Moncadakaserne. Schon 2013 gab es dort ähnliche Kundgebung
Garmisch-Partenkirchen/Berlin/Havanna. Acht Aktivisten haben am Samstag auf dem Gipfel der Zugspitze zur Solidarität mit Kuba aufgerufen. Nach einem achtstündigen Aufstieg hissten die Aktivisten auf 2.962 Meter Höhe ein Banner mit der Aufschrift "Hands Off Cuba!" und die kubanische... weiter

Reisebericht aus Kuba: "Schwerste Krise seit der Revolution"

Ein Reisebericht aus einem Kuba zwischen Mangel, Reformen, Solidarität und Widerstandskraft
Ich habe im August gut drei Wochen lang Kuba besucht, die ersten zwei Wochen im Rahmen der 53. Europäischen Solidaritätsbrigade José Martí. Viele Menschen im Land bezeichnen die Monate seit Jahresbeginn als die schwersten seit der Revolution. Besonders die heißen Sommermonate im Juli und August... weiter

Endlich Rechtsstaat oder Kompromiss mit dem "Pakt der Korrupten" in Guatemala?

Neubesetzung der Justiz. Radikaler Neuanfang gescheitert. Rückkehr der Korruption in Regierung 2027 möglich
In Guatemala sind von März bis Mai das Oberste Wahlgericht, das Verfassungsgericht und zuletzt die Generalstaatsanwaltschaft neu besetzt worden. Diese Wahlen wurden mit Spannung erwartet. Guatemalas fragile Demokratie – erst seit 1985 finden wieder Wahlen statt, 1996 endete der 36-jährige... weiter

Selbstverwaltung in Guatemala

Indigene Bürgermeister: Selbstorganisation und Mobilisierungskraft
Jeden Donnerstag kommen die Alcaldes Indígenas (Indigene Bürgermeister) aus den verschiedenen Dörfern des Landkreises Olintepeque zu ihrer Versammlung in den gleichnamigen Hauptort des Landkreises. Der Sitz der Alcaldes Indígenas befindet sich direkt am zentralen Platz des Landkreises, in... weiter

Israel und Guatemala: Brüder im Geiste

Die herrschenden Klassen Guatemalas und Israels verbindet eine lange Freundschaft
36 Jahre, von 1960-1996 tobte in Guatemala der Bürgerkrieg. Die rechten (Militär)regierungen jener Jahre konnten sich die meiste Zeit der Unterstützung durch die USA sicher sein. Diese hatten tatkräftig am Sturz des progressiven Präsidenten Jacobo Árbenz mitgewirkt und damit den Bürgerkrieg... weiter

Guatemala: Kampf für faire Löhne und eigenes Land

Landarbeiterorganisation kämpft für bessere Arbeitsbedingungen und gegen Großprojekte. Migration wichtiger Faktor im Departamento
Im Sitz der Bewegung der Landarbeiter (MTC) in Tejutla im Hochland des Departamentos San Marcos versammelten sich Ende Mai die neu gewählten Vorstände der Organisation. Rund 30 Männer und Frauen aus sechs Landkreisen des Departamentos, die zum Altiplano gehören, diskutieren Themen der Organisation... weiter

Hintergründe zu den Wahlen in Guatemala

Die Macht in Guatemala konzentriert sich auf eine kleine Oligarchie. Schafft die Linke bei den Wahlen am 16. Juni einen Kurswechsel?
1985 fanden nach drei Jahrzehnten Diktatur und noch während des Bürgerkrieges die ersten, allerdings vom Militär kontrollierten, demokratischen Wahlen im Lande statt. 1996 unterzeichneten die Regierung und die Guerillaorganisation «Vereinigte Nationale Revolutionäre Guatemalas» (URNG) einen... weiter

Ein Gespenst geht um in Guatemala

Kleinbauernbewegung in Guatemala gründet Partei – und sieht diese als Instrument der sozialen Bewegungen. Ein Bericht vom Gründungskongress
"Bewegung für die Befreiung der Völker" (Movimiento para la Liberación de los Pueblos, MLP) – das Wort Partei wird schon im Namen vermieden. "Als Partei sehen wir uns eigentlich nicht, nicht so wie die 28 korrupten Parteien in Guatemala, die alle einen Besitzer haben und nur dessen Interesse... weiter

Guatemala: "Einen neuen Guerillakampf wird es nicht geben, aber das Land steht vor einer sozialen Explosion"

Gespräch mit dem inhaftierten ehemaligen Guerillero César Montes aus Guatemala
Sie wurden im Oktober 2020 in Mexiko wegen eines Vorfalls aus dem Jahr 2019 festgenommen und Ende März zu einer Haftstrafe von 175 Jahren verurteilt. Bei einer Auseinandersetzung im Dorf Semuy II im Nordosten Guatemalas kamen drei Soldaten ums Leben. Obwohl die Hintergründe nicht... weiter

Guatemala: "Unser Ziel ist ein plurinationaler Staat"

Gespräch mit Mauro Vay Gonón vom Komitee für bäuerliche Entwicklung (Codeca)
Vor 30 Jahren gehörten Sie zu den Mitbegründern der Landarbeiterorganisation Codeca. Was waren die Gründe, die Organisation ins Leben zu rufen? Die beiden prinzipiellen Probleme für die Landbevölkerung in Guatemala: Das fehlende Land für Kleinbauern und die Ausbeutung ihrer... weiter

Guatemala: Ein Tag bei den Blockaden im Valle de Palajunoj

Indigene Gemeinden blockieren den Zugang zur zentralen Mülldeponie in Quetzaltenango. Sie protestieren gegen einen Plan der städtischen Entwicklung der ländlichen Region
Im Valle de Palajunoj in Quetzaltenango haben indigene Gemeinden seit dem 1. März den Zugang zur zentralen Mülldeponie in Quetzaltenango blockiert. Sie protestieren damit gegen einen Plan der städtischen Entwicklung der ländlichen Region. Während der Protest weitergeht, stapelt sich der Müll in den... weiter

Die neuen offenen Adern Lateinamerikas: Gold, Öl und Avocado

Der englische Journalist Andy Robinson hält die Thesen Galeanos im Wesentlichen für aktuell
Knapp fünfzig Jahre nach dem Erscheinen des berühmtesten Buches von Eduardo Galeano besuchte der englische Journalist Andy Robinson viele der gleichen Orte. In einem im März veröffentlichten Buch beschreibt er die Ausbeutung Lateinamerikas, Unterschiede und mögliche Gegenstrategien. "Die offenen... weiter

Staatliche Universitäten in Guatemala besetzt

Studierende kämpfen gegen geplante Privatisierung. Forderung nach mehr Mitbestimmung und Rücknahme von Gebührenerhöhungen
Seit dem 1. August sind die staatlichen San Carlos-Universitäten (Universidad de San Carlos de Guatemala, USAC) im ganzen Land besetzt. Hintergrund sind drastische Erhöhungen der Gebühren. Studierende befürchten damit einen Schritt in Richtung der Privatisierung der öffentlichen Universität.... weiter