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Kuba feiert Sozialismus, USA erwägen Militärschläge gegen die Insel

Zehntausende in Havanna erinnern an die Ausrufung von 1961. US-Medien berichten, das Pentagon prüfe Optionen für begrenzte Schläge. Díaz-Canel ruft zur Vorbereitung auf

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Der Gedenktag in Kuba wurde von erneuten Drohungen seitens der USA überschattet
Der Gedenktag in Kuba wurde von erneuten Drohungen seitens der USA überschattet

Havanna. Neue Drohungen der USA überschatten am Jahrestag der Invasion in der Schweinebucht das Gedenken. Mehrere zehntausend Kubaner:innen versammelten sich auch am 16. April in Havanna, um des 65. Jahrestags der Ausrufung des sozialistischen Charakters der kubanischen Revolution zu gedenken. Zeitgleich berichten US-Medien, dass das Pentagon im Stillen militärische Pläne für eine mögliche Militäraktion gegen Kuba ausarbeiten soll.

Unter den Teilnehmer:innen der Kundgebung befanden sich Jugendliche, Studierende, Gewerkschafter:innen, Angehörige der Revolutionären Streitkräfte sowie Veteran:innen der Invasion in der Schweinebucht von 1961, wie der venezolanische Nachrichtensender Telesur berichtete.

Am 16. April 1961 rief Fidel Castro während der Trauerfeier für die Opfer US-amerikanischer Luftangriffe den sozialistischen Charakter der Revolution aus. Die Bombenangriffe waren der Auftakt zur von der CIA finanzierten und ausgerüsteten Invasion einer Söldnerbrigade am Strand der Schweinebucht (Playa Girón), die innerhalb von weniger als 72 Stunden zurückgeschlagen wurde.

Die Kundgebung stand ganz im Zeichen der Ablehnung der aktuell wachsenden militärischen Bedrohung durch Washington. Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel leitete die Veranstaltung gemeinsam mit Vertreter:innen der Kommunistischen Partei Kubas (PCC).

In seiner Rede erklärte er, Kuba wolle keinen Krieg. Er rief die Bevölkerung aber dazu auf, sich auf eine mögliche Invasion vorzubereiten: "Wir wollen sie nicht, aber es ist unsere Pflicht, uns darauf vorzubereiten, sie zu verhindern – und, sollte sie unvermeidlich sein, sie zu gewinnen."

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Dass diese Worte nicht ins Leere fallen, legt ein Bericht der US-amerikanischen Zeitung USA Today nahe. Das Blatt berichtete unter Berufung auf zwei nicht namentlich genannte Quellen, dass das US-Verteidigungsministerium Vorbereitungen für mögliche Militäroperationen gegen Kuba vorantreibe. Dabei soll es offenbar um begrenzte Militärschläge nach Vorbild der Aktionen in Venezuela Anfang des Jahres gehen, wie das Medium Zeteo berichtet.

US-Präsident Donald Trump hatte sich in den vergangenen Wochen mehrfach zu Kuba geäußert. Am 13. April sagte er: "Wir machen vielleicht nach dem Iran einen Abstecher nach Kuba." Zuvor hatte er erklärt, er erwarte bald die "Ehre", Kuba "in irgendeiner Form" zu übernehmen, und fügte hinzu: "Ob ich es befreie oder nehme – ich glaube, ich kann damit machen, was ich will."

Die aktuellen Spannungen reichen zurück auf die Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro am 3. Januar. Seitdem verhängte Trump eine Energieblockade um die Insel, die mit Hilfe der US-Küstenwache militärisch durchgesetzt wird. Bislang konnte lediglich ein einzelnes russisches Schiff Ende März die Blockade durchbrechen und rund 700.000 Tonnen Treibstoff abliefern.

In einer offiziellen Regierungserklärung Kubas, die anlässlich des Jahrestags veröffentlicht wurde, heißt es: "Die materiellen und menschlichen Kosten dieser Blockade sind eine Schande, die die Regierung des größten Imperiums aller Zeiten auf ihren Schultern trägt." Weiter heißt es darin, dass Vertreter:innen der US-Regierungselite öffentlich Absichten einer militärischen Aggression geäußert hätten.

Díaz-Canel hatte jüngst in einem Interview mit dem US-Magazin Newsweek angekündigt, sein Land werde sich im Falle eines Angriffs militärisch zur Wehr setzen: "Wir werden kämpfen, wir werden uns verteidigen". In Anspielung an eine Strophe der kubanischen Nationalhymne fügte er hinzu: "Sollten wir im Kampf fallen: für die Heimat sterben, bedeutet zu leben."