Zwei Anschläge in Kolumbien: Tote und Verletzte wenige Tage vor Regierungswechsel

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Links: Sicherheitsrat nach dem Anschlag in Cúcuta. Rechts: Die indigene Gemeinschaft der Nasa
Links: Sicherheitsrat nach dem Anschlag in Cúcuta. Rechts: Die indigene Gemeinschaft der Nasa

Cali/Cúcuta. Bewaffnete haben auf eine Versammlung indigener Autoritäten der Nasa in der Gemeinde Florida, 42 Kilometer südöstlich von Cali, geschossen. Laut der Abgeordneten der progressiven Partei Pacto Histórico Ana Erazo richtete sich das Attentat gegen den indigenen Anführer Julián Mauricio Gutiérrez, der schwer verletzt wurde und sich in kritischem Zustand befindet.

Zu den Todesopfern gehören ein Angehöriger der Nasa sowie ein Leibwächter der staatlichen Personenschutzeinheit (UNP). Neben Gutiérrez wurden ein weiterer UNP-Leibwächter und fünf weitere Personen schwer verletzt.

"Wir verurteilen diesen kriminellen Angriff auf das Schärfste. Er muss von allen Kolumbianer:innen zurückgewiesen werden. Der Anschlag auf die indigenen Gemeinschaften und ihre Organisationsstrukturen stellt einen Vorfall von äußerster Schwere dar und ist ein weiterer Schlag gegen Gemeinschaften, die historisch immer wieder Opfer von Gewalt geworden sind", heißt es in einem Kommuniqué von Erazo.

Erazo warnte vor mangelnden Garantien für die Sicherheit der Verletzten. Sie forderte deshalb "den umgehenden Einsatz aller polizeilichen, militärischen und zivilen Behörden, um die Sicherheit der Verletzten zu gewährleisten".

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Die Behörden haben bislang keine Informationen über die möglichen Täter veröffentlicht. In der Zone sind kriminelle Strukturen von Dissident:innen der ehemaligen FARC-Guerilla aktiv.

Rund 700 Kilometer nordöstlich von Florida ereignete sich einige Stunden zuvor ein Bombenanschlag auf eine Polizeistation in der an Venezuela grenzenden kolumbianischen Stadt Cúcuta. Elf Polizeikräfte und drei Zivilpersonen wurden verletzt. Die Behörden führten den Anschlag auf die ELN-Guerilla zurück.

Ein mit Sprengstoff beladener Lastwagen explodierte in den frühen Morgenstunden des 1. August. Die Explosion verursachte schwere Schäden an der Polizeiwache und den umliegenden Gebäuden.

Beide Gewalttaten ereigneten sich sechs Tage vor dem Amtsantritt des ultrarechten Abelardo de la Espriella als Präsident. Er verurteilte den Anschlag auf die Polizeistation mit "absoluter Entschlossenheit". "Der Terrorismus wird Kolumbien nicht einschüchtern", teilte er mit. Über den Angriff auf die Nasa-Gemeinschaft in Florida sind bislang keine Äußerungen von ihm bekannt.