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El Niño: Dürre, höchste Alarmstufe in Honduras, Panamakanal betroffen

Für 75 Gemeinden gilt Alarmstufe Rot. Ernteausfälle und Hunger sind Folgen. Auch Panamakanal betroffen. Regierung und UNO kündigen Nothilfe an

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Die Dürre infolge des El Niño-Phänomens hinterlässt bereits ihre Spuren
Die Dürre infolge des El Niño-Phänomens hinterlässt bereits ihre Spuren

Tegucigalpa. Die honduranische Regierung hat wegen schwerer Dürre für 75 Gemeinden im zentralen und südlichen Landesteil die höchste Alarmstufe Rot ausgerufen. Nach Angaben des Nationalen Zentrums für atmosphärische, ozeanografische und seismische Studien (CENAOS) herrschen in Honduras überdurchschnittlich warme und trockene Bedingungen, die im Zusammenhang mit dem starken El-Niño-Ereignis stehen, wie die Regierung auf X mitteilte.

Die Verzögerung der Regenzeit führt zu einem Niederschlagsdefizit zwischen 100 und 200 Millimetern, was sich auf die Verfügbarkeit von Wasser für Menschen und Tiere auswirkt. Ernten, Viehbestände und Trinkwasserversorgung sind bedroht. "Es sind Rinder verendet, und die Kühe, die wir noch haben, sind abgemagert. Die Lage ist kritisch, die Prognosen sind entmutigend", sagte ein Rinderzüchter in einer der betroffenen Regionen der Nachrichtenagentur AFP. In betroffenen Gemeinden berichten Bewohner:innen bereits von Hunger, da die Ernte großflächig ausgefallen ist.

Betroffen ist der sogenannte Trockenkorridor, der sich über weite Teile Zentralamerikas in Guatemala, El Salvador und Nicaragua erstreckt. Besonders hart trifft es den Verwaltungsbezirk Francisco Morazán – einschließlich der Hauptstadt Tegucigalpa – sowie Choluteca, El Paraíso, La Paz, Valle und Comayagua. Weitere 71 Gemeinden stehen unter Alarmstufe Gelb, 88 unter Grün. Insgesamt sind damit 234 der 298 Gemeinden des Landes, also rund 80 Prozent betroffen.

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Die Regierung kündigte ein Maßnahmenpaket an, um die Auswirkungen der Dürre in betroffenen Regionen zu bekämpfen. Vorgesehen sind technische Unterstützung, humanitäre Hilfe, Brunnenbohrungen zur Wasserversorgung sowie Solarpumpen und Tröpfchenbewässerungssysteme. Die UNO kündigte zusätzliche Nothilfe in Höhe von 20 Millionen US-Dollar an.

Das Klimaphänomen El Niño trifft auch die Schifffahrt am Panamakanal: Die Kanalbehörde ACP erklärte wegen sinkender Pegelstände der Stauseen, die den Kanal speisen, die täglichen Transitzahlen ab September in zwei Stufen zu senken. Zwischen Mai und August lagen die Niederschläge im Einzugsgebiet 34 Prozent unter dem historischen Durchschnitt. Die betroffenen Stauseen versorgen zugleich mehr als die Hälfte der Einwohner:innen Panamas mit Trinkwasser. Über den Kanal werden rund fünf Prozent des weltweiten Seehandels abgewickelt. Weitere Einschränkungen schließt die Behörde nicht aus.

Meteorolog:innen gehen davon aus, dass El Niño bis Anfang 2027 anhalten könnte (amerika21 berichtete). Nach Angaben des nationalen meteorologischen Dienstes des Vereinigten Königreichs, Met Office, dürfte das El-Niño-Phänomen dieses Jahr das stärkste seit Aufzeichnungsbeginn werden. Zu möglichen globlen Folgen gehören Dürre, Hitzewellen, erhöhte Waldbrandgefahr sowie Starkregen, Überschwemmungen und Erdrutsche. Der Klimawandel verursacht das Phänomen zwar nicht, erhöht aber die Wahrscheinlichkeit extremer Auswirkungen und damit auch die sozialen und wirtschaftlichen Kosten, insbesondere für die Länder Lateinamerikas.