Tapachula. Mehr als 200 Migrant:innen der Karawane "Sin Fronteras" aus Honduras, El Salvador und Guatemala sind am vergangenen Donnerstag über die Gemeinde Suchiate nach Mexiko eingereist und am Abend desselben Tages in Tapachula angekommen. Einen Tag zuvor ließ sich bereits eine kleine Gruppe im Bicentenario-Park nieder, am Wochenende traf eine weitere Gruppe von etwa 100 Migrant:innen ein.
In dem Park ruhten sie sich ein paar Tage aus und erhielten medizinische Versorgung. Am Sonntag verteilte die evangelische Kirche als Zeichen der Solidarität rund 400 Mahlzeiten an die Mitglieder der Karawane.
Den Migrant:innen zufolge erwarten sie die Ankunft weiterer Gruppen, die in der Nacht zum Dienstag aus Guatemala eintreffen sollen. Daher beschlossen sie, in Tapachula zu bleiben, um sich dort zu sammeln, bevor sie ihre Reise in Richtung Norden fortsetzen. Tapachula ist nach wie vor ein strategischer Sammel- und Durchgangsort für Migrant:innen, die über die Südgrenze Mexikos einreisen. Dies ist auch mit Herausforderungen in Bezug auf humanitäre Hilfe, Ernährung, Unterbringung, Gesundheit und Mobilität verbunden.
Die Ankunft der Karawanen in den vergangenen Tagen folgte auf eine Reihe weiterer Migrationsbewegungen. Ende September gelangten bereits rund 400 Menschen, vorwiegend aus Honduras, im Rahmen der Gruppe "Fe y Esperanza con Dios" (Glaube und Hoffnung mit Gott) über dasselbe Gebiet nach Mexiko, nachdem sie Guatemala durchquert hatten.
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Nach einer dreiwöchigen Reise entlang der Küste Chiapas wurde diese von den Einwanderungsbehörden an der Grenze zum Bundesstaat Oaxaca aufgelöst. Beschäftigte des Nationalen Migrationsinstituts (INM) näherten sich der Gruppe in der Gemeinde Arriaga, um ihnen die Ausstellung eines Durchreisedokuments anzubieten, allerdings unter der Bedingung, dass sie zunächst nach Tuxtla Gutiérrez gebracht werden. Die meisten Mitglieder der Gruppe nahmen das Angebot aufgrund extremer Erschöpfung und des Mangels an Lebensmitteln und Geld an. Ein kleiner Teil der Gruppe misstraute jedoch dem offiziellen Verfahren, spaltete sich von der Gruppe ab und beschloss, entlang der Bahnstrecke weiterzuziehen, in der Hoffnung, nicht abgeschoben zu werden.
Zwischen Oktober 2024 und Oktober 2026 haben mehr als 20 Migrant:innen-Karawanen versucht, aus dem Süden Mexikos in den Norden zu gelangen. Auch wenn die USA nach wie vor das Ziel vieler Migrant:innen sind, erwägen einige angesichts der harten Einwanderungspolitik von US-Präsident Trump, in den Bundesstaaten im Norden Mexikos zu bleiben.
Nach Angaben der Migrant:innen werden in den kommenden Tagen weitere Karawanen organisiert, um Honduras und El Salvador zu verlassen. Dies ist vor allem auf Unsicherheit, mangelnde Arbeitsmöglichkeiten und wirtschaftliche Schwierigkeiten in ihren Heimatländern zurückzuführen.

