Expertinnen, Journalismus und Propaganda

Zu "Argentinien bricht mit seiner Vergangenheit" von Jens Glüsing auf Spiegel online

Nun ist ja Jens Glüsing weithin dafür bekannt es mit der Wahrheit nicht so genau zu nehmen. Vor allem wenn es um sein liebstes Hassobjekt geht: Venezuela und Chávez. So verpackt Glüsing nun seine diffamierende Lügenpropaganda wider besseren Wissens in ein Zitat einer vermeintlichen "Expertin" (ein alter billiger journalistischer Trick):

"Antisemitismus ist in ganz Lateinamerika auf dem Vormarsch", klagt die brasilianische Historikerin Maria Luiza Tucci Carneiro von der Universität Sao Paulo, Autorin mehrerer Bücher zu dem Thema. Die Schändung einer Synagoge vor zwei Wochen in Caracas, Hauptstadt von Venezuela, hat diese beunruhigende Tendenz bestätigt.

Tja, dumm nur, dass die Täter in Caracas bereits kurz nach dem Überfall gefasst wurden (siehe a21-Meldung: Klarheit über Überfall auf Synagoge). Es handelte sich um einen gewöhnlichen Raubüberfall bei dem die Täter Teufelsfratzen und "666" an die Wände sprühten, um die Ermittlungen in eine falsche Richtung zu rücken. Organisiert wurde der Raubüberfall von der ehemaligen Leibwache des Rabbi in Komplizenschaft mit dem Wachpersonal der Synagoge (dem die Vertreter der jüdischen Gemeinde auch noch unmittelbar nach dem Überfall ihr vollstes Vertrauen aussprachen).

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Sollte die "Expertin" dies nicht wissen oder absichtlich unterschlagen haben, dann ist sie in jedem Fall keine Expertin. Und Glüsing müsste das auch wissen. Wenn nicht, dann ist er ein schlechter und verantwortungsloser Journalist. Wenn er es doch wusste aber dennoch die "Experten-Aussage" benutzt hat, dann ist er gar kein Journalist, sondern ein billiger Propagandist.

Quelle: Argentinien bricht mit seiner Vergangenheit (von Jens Glüsing, Spiegel Online, 21.02.2009)

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