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23.08.2007 Deutschland / Venezuela / Medien

dpa umstritten

Es geschah gestern am frühen Morgen. Um 4.26 Uhr ging sie verloren. Einfach so, nach zwei sachlichen Absätzen. Plötzlich war sie weg, die Seriösität bei der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Dann nämlich war in der Meldung mit dem Kürzel "dpa er xx n1 ch" von dem "sowohl national wie international umstrittenen Chávez" die Rede. Hoppla! Auf wen trifft das denn nicht zu? Aber haben wir schon einmal von "der national wie international umstrittenen Merkel" gelesen. Oder dem Bush gar?

Nicht?

Dann wird es aber Zeit. Im Sinne eines ausgewogenen Journalismus natürlich.

Übrigens: Zuvor schon heißt es in der Meldung über die Verfassungsreform: "Wenn das Projekt im Parlament durchkommt, müssen die Venezolaner die Verfassungsreform in einem Referendum absegnen". Müssen tun sie gar nichts, liebe Kollegen. Wenn sie müssten, gäbe es die Pflicht zur Teilnahme. Doch die ist freiwillig. Und mehr noch: Die dürfen die Reform sogar ablehnen, die Venezolaner!

So etwas heißt Demokratie.

Das ist das Wort, das Ihr in der Venezuela-Meldung in Anführungszeichen gesetzt habt.

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