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Ibero-Amerikanisches Institut aus Berlin baut Forschungskolleg in Lateinamerika auf

Berlin. Das in Berlin ansässige Ibero-Amerikanische Institut der Stiftung Preußischer Kulturbesitz wird gemeinsam ab April mit der Freien Universität Berlin und der Universität Köln sowie lateinamerikanischen Partnereinrichtungen ein neues geistes- und sozialwissenschaftliches Forschungskolleg mit Sitz in São Paulo aufbauen. Das Kolleg "Conviviality in Unequal Societies: Perspectives from Latin America" werde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen seiner Förderlinie zur Errichtung von Wissenschaftszentren in Asien, Lateinamerika und Afrika für drei Jahre gefördert, heißt es in einer Pressemitteilung des Instituts.

Das Zentrum werde "Formen und Konflikte des sozialen, politischen, religiösen und kulturellen Zusammenlebens in Lateinamerika und der Karibik unter Ungleichheitsbedingungen" untersuchen. Es setze sich damit mit gesellschaftlichen Herausforderungen auseinander, die auch für Deutschland von großer Bedeutung seien. "Das Ibero-Amerikanische Institut bringt neben seiner wissenschaftlichen Expertise auch seine herausragende Informationsinfrastruktur in das Kolleg ein", heißt es seitens des Instituts. Es arbeitet hierbei eng mit den anderen Einrichtungen des Konsortiums zusammen.

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Das Ibero-Amerikanische Institut bewirbt das Zentrum als "innovativen Raum für die transnationale Wissensproduktion und -zirkulation, der durch die symmetrische Zusammenarbeit zwischen Institutionen und Forscher/innen aus unterschiedlichen Disziplinen, Ländern und Karrierestufen gekennzeichnet" sein wird. Die Forschungen berücksichtigten eine vergleichende Perspektive ebenso wie die Interdependenzen der Region mit anderen Teilen der Welt. "Die Partner in Argentinien und Mexiko tragen dazu bei, die Aktivitäten des Zentrums im mehrsprachigen Wissenschaftsraum Lateinamerikas und der Karibik zu verankern und zu vertiefen", heißt es in der Pressemitteilung. Die Direktorin des Ibero-Amerikanischen Instituts, Barbara Göbel, zeigte sich zuversichtlich, dass "das Projekt von großer wissenschaftspolitischer Bedeutung" ist: "Es setzt ein wichtiges Signal für den Ausbau der Kooperation zwischen Deutschland und Lateinamerika in den Sozial- und Geisteswissenschaften."

Das neue Institut ist bereits die zweite große Forschungsinstitution, die von Deutschland binnen weniger Monate in Lateinamerika aufgebaut wird, nachdem unlängst ein Deutsch-kolumbianisches Friedensinstitut gegründet wurde. Nach Informationen zu dem Projekt soll die Führungskommission dieses Vorhabens von dem Politologen und ehemaligen Mitarbeiter der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung, Günther Maihold, geführt werden. Die Bundesregierung hat für das Vorhaben bislang 13 Millionen Euro aus den Haushaltsplänen 05 (Auswärtiges) und 23 (Entwicklungspolitik) bewilligt. Nicht unterstützt werden von deutscher Seite bisher eigene kolumbianische Initiativen wie die Universität für den Frieden, die von der Comisión Intereclesial Justicia y Paz und Conpaz vorgeschlagen wurde.

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