Mexiko / Menschenrechte

Berlin ist Veranstaltungsort der größten Ausbeutungsmesse

Erklärung des Maya-Gemeindezentrums U kúuchil k ch'i'ibalo'on zur ITB Berlin

Seit sechzig Jahren werden die Gebiete der Welt über die ITB Berlin Tourismusmesse vermarktet. Wieder einmal trifft sich die globale Tourismusindustrie, um Vereinbarungen zu treffen und Strategien zu entwickeln, um die Ausbeutung der Bevölkerungen [pueblos] der Welt fortzusetzen. Unter dem Deckmantel des Modells der "Entwicklung", welches Natur, die Bräuche und Traditionen, die Rituale und das Wesen der pueblos und Gemeinschaften vermarktet, die heiligen kulturellen Elemente kommerzialisiert und die lokalen Bevölkerungen verdrängt. Eine "Entwicklung", welche immer weiter Gewalt und Kriminalität hervorruft, die soziale Ungleichheit schafft um billige Arbeitskräfte zu garantieren, die Wirtschaft der Konzerne schützt und sich mit der politischen und militärischen Macht verbündet, um Territorien zu kontrollieren.

Wieder einmal setzt sich der unersättliche Kapitalismus die Maske des Entdeckers, des Reisenden, des Besuchers, des Touristen auf. Der Kapitalismus, der in Privatflugzeugen, auf Yachten und Kreuzfahrtschiffen reist, der in Hotels übernachtet, die auf Mangroven und Dschungeln gebaut sind; der Kapitalismus, der Euro- und Dollarkrümel dort verstreut, wo die Menschen Würde fordern. Der Kapitalismus, der sich an den Stränden sonnt, dort, wo die Fischer*innen früher gemeinsam arbeiteten und heute nur noch Diener*innen in einem System sind, welches diese Menschen verachtet und sie als Clowns für diesen Tourismuskapitalismus benutzt; dort, wo Trinkgelder verschenkt werden, als würde man Essensreste in den Müll werfen. Das ist kapitalistischer Tourismus. Das ist es, was auf der Tourismusmesse in Berlin verhandelt wird.

Aus dem Maya-Gebiet Mexikos verurteilen wir erneut die Gräueltaten, die im Namen des Tourismus und eines Wirtschaftsmodells begangen werden, das offensichtlich nicht auf das Wohl der Menschen ausgerichtet ist, sondern auf die Bereicherung der Konzerne und Regierungen dieser Welt. Wir verurteilen die Zerstörung unserer Wälder, die Militarisierung der Territorien, die Zunahme von Gewalt und Kriminalität, die Enteignung unserer pueblos und die Durchsetzung von Megaprojekten.

Wir fordern ein Ende der Touristifizierung unserer Gemeinden, ein Ende des exorbitanten Anstiegs des Flugverkehrs und der Flughafenerweiterungen, ein Ende der Energiekonzerne, die Mutter Erde durch den Missbrauch fossiler Brennstoffe zerstören, die Wälder für die Errichtung von Solarparks vernichten und die indigenen Völker enteignen, um Windparks zu bauen. Wir fordern ein Ende der Heuchelei der Nationalstaaten und Konzerne mit ihren sogenannten grünen Energien, die nichts anderes als falsche Lösungen für die Klimakrise sind, die wir erleben.

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Wir verurteilen, dass die FIFA-Weltmeisterschaft 2026, die auf dieser Messe beworben wird, den Menschen im Tal von Mexiko [Stadt] das Wasser für den Umbau des Aztekenstadions stiehlt, Wasser, das für die Luxushotels und Restaurants der Weltmeisterschaft ist – also für die großen Konzerne. Während der Tourismus-, Besucher- und Reisekapitalismus "Tor" schreit, werden Tausende von Familien um ihre Verschwundenen weinen; denn hinter der Weltmeisterschaft stehen die Gräber unserer Toten.

Wir rufen zur weltweiten Solidarität auf, um der Zerstörung durch den Tourismus entgegenzutreten. Um den kapitalistischen Tourismus zu stoppen, der bereits seine schrecklichen und infamen Tourismuspläne für Gaza ankündigt.

Stoppt den Völkermord! Freies Palästina! Stoppt den Tourismus! Nein zur Weltmeisterschaft der Ausbeutung! Es leben die pueblos der Welt, die kämpfen und Widerstand leisten!