Kritik an Uribe in Gaza-Kommission der UNO

New York/Bogota. Menschenrechtsorganisationen und Politiker in Europa und Lateinamerika haben die Entscheidung des UNO-Generalsekretärs Ban Ki-Moon kritisiert, den scheidenden kolumbianischen Präsidenten Álvaro Uribe in die Untersuchungskommission zum israelischen Überfall auf einen humanitären Schiffskonvoi vor der Küste des Gazastreifens zu berufen.

Der spanische EU-Politiker Willy Meyer bezeichnete die Entscheidung „höchstens als einen schlechten Scherz, wenn sie nicht so schwerwiegend wäre“. Mit Uribe werde ein Politiker in die UNO-Untersuchungskommission berufen, dem im eigenen Land schwere Menschenrechtsverbrechen zur Last gelegt werden, so Meyer. Menschenrechtsorganisationen und Vertreter der Opposition schreiben Uribe die Verantwortung für ein Massengrab mit mindestens 2000 Leichen im Süden Kolumbiens zu. Inzwischen wurden weitere solcher Massengräber in Kolumbien ausfindig gemacht. Uribe wird am Sonntag die Präsidentschaft an den ihm nahestehenden rechtsgerichteten Politiker Manuel Santos übergeben. (hneu/teleantioquia)

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