Chile: Mapuche einen Monat im Hungerstreik

Santiago de Chile. Rund 50 inhaftierte Angehörige der indigenen Volksgruppe der Mapuche in Chile befinden sich inzwischen seit einem Monat im Hungerstreik. Die politischen Aktivisten fordern von der Regierung des konservativen Präsidenten Sebastián Piñera die Abschaffung eines Antiterrorgesetzes, nach dem sie zu Haftstrafen verurteilt wurden. Die gesetzliche Regelung stammt aus der Zeit der Pinochet-Diktatur (1973-1990). "Wir wehren uns gegen den Versuch der Regierung, die gerechten Forderungen der Mapuche-Gefangenen vor den Öffentlichkeit zu verschweigen", sagte der führende Aktivist der Volksgruppe, Jorge Huanchullan, gegenüber chilenischen Medien. Der Regierung komme es ungelegen, "dass die Mapuche-Gruppen die Verletzung der Menschenrechte in Chile öffentlich anklagen". Derzeit befinden sich 31 der politischen Gefangenen im Hungerstreik.

Wie auch in anderen Staaten der Region drängen die Mapuche in Chile auf mehr Mitbestimmung bei der Ausbeutung von Bodenschätzen auf ihrem Territorium. In Folge kam es in den vergangenen Jahren vermehrt zu Auseinandersetzungen zwischen Mitgliedern der Volksgruppe und der Polizei sowie staatlichen Institutionen. Mitte der Woche kamen Angehörige der Gefangenen mit dem Vorsitzenden des Obersten Gerichtshofes, Milton Juica, und Mitgliedern der Menschenrechtskommission des Senats zusammen.

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