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Uribe in Drummond-Prozess verwickelt

Bogotá. Kolumbiens Ex-Präsident Álvaro Uribe soll am 22. November in der US-Hauptstadt Washington zu den Verbindungen zwischen dem Minenunternehmen Drummond und paramilitärischen Gruppierungen in dem südamerikanischen Land aussagen. Vorgeladen wurde Uribe von der nordamerikanischen Anwaltskanzlei Conrad & Scherer, die 500 Opfer des kolumbianischen Paramilitarismus vertritt. Diese haben letztes Jahr die Firma Drummond vor einem Bundesgericht in Birgmingham, Alabama, verklagt.

Uribe verfüge über "direkte Erkenntnisse", um "schlüssige Punkte" des Falls zu erhellen, sagte der Anwalt Terry Collingsworth. Damit meinte der Jurist vor allem den Einsatz des Militärs beim Schutz der Einrichtungen von Drummond und die Kooperation zwischen den Streitkräften und den damaligen "Vereinten Selbstverteidigungsgruppen" AUC. Außerdem werfen die Kläger Uribe und seiner Regierung vor, daß sie sich bemüht haben, die Beweise zur Zusammenarbeit zwischen dem Konzern und der AUC zu vernichten.

Die AUC hat in dem Gebiet, wo die Drummond Kohle ausbeutete, Hunderte von Bauern getötet. Sie sei auch für den Mord an mindestens zwei Gewerkschaftlern des Minenunternehmens verantwortlich, klagen Opfer und Menschenrechtler seit Jahren. Auf Letzteres weisen sogar Aussagen von unmittelbar an den Taten Beteiligten hin, die sich zur Zeit im Gefängnis befinden.

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