Landrechte für Quilombos in Brasilien gestärkt

Brasilia. Die Staatsanwaltschaft des brasilianischen Bundesstaats Maranhão hat die Agrarreformbehörde Incra aufgefordert, Ländereien unangetastet zu lassen, die der Quilombo-Volksgruppe zugesprochenen wurden. Konkret geht es um Liegenschaften rund um das brasilianische Raketengelände Alcântara.

Die Quilombos, Nachfahren entflohener Sklaven, genießen laut brasilianischer Verfassung Schutz. Das Land darf ihnen als rechtmäßigen Eigentümern des Landes nicht weggenommen werden, so die Staatsanwaltschaft laut einem Bericht des Nachrichtenportals Ecodebate.

Das Raketengelände Centro de Lançamento de Alcântara (CLA) ist Brasiliens Startplatz an der Atlantikkküste beim Ort Alcântara im Bundesstaat Maranhão. Wegen der Äquatornähe gilt dieser Startplatz für Raketen als der weltweit günstigste. Brasilien hat deswegen mit der Ukraine ein gemeinsames Projekt begonnen, um von der Basis in Alcântara  ukrainische Tsiklon-4-Raketen für kommerzielle Satellitenstarts zu nutzen. Bereits in den 1980er Jahren wurden die Quilombola-Gemeinden zum Bau des Raketenbahnhofs zwangsumgesiedelt. Nun droht ihnen erneut eine Zwangsumsiedelung.

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