AKW Angra 2 seit zehn Jahren ohne Betriebsgenehmigung

Rio de Janeiro. Das brasilianische Atomkraftwerk Angra 2 in der Nähe von Rio de Janeiro läuft seit Inbetriebnahme im Jahre 2000 ohne entsprechende Betriebsgenehmigung. Dies berichtet die Tageszeitung Correio Braziliense in ihrer Ausgabe vom 23. März. Das von Siemens/KWU gebaute Angra 2 habe demnach nur die Genehmigung für die Betriebsaufnahme (Autorização de Operação Inicial - AOI), aber nicht die Genehmigung für den dauerhaften Betrieb (Autorização de Operação Permanente - AOP). Der Reaktor Angra 1 verfüge über diese von der nationalen Nuklearenergiekommission Cnen erteilte Genehmigung, der Reaktor Angra 2 aber nicht.

Atomanlagen müssen in Brasilien zunächst durch die Bundesumweltbehörde Ibama genehmigt und dann durch die nationale Nuklearenergiekommission Cnen autorisiert werden. Dies sei aber, so der Correio Braziliense, nie geschehen. Angra 2 habe im Jahr 1999 eine Einjahresgenehmigung von der Ibama für den Testbetrieb erhalten. Im Jahre 2000 wurde demnach eine neue temporäre Genehmigung erteilt, aber auch in dieser fehlt die Bestätigung für die definitive Betriebsgenehmigung.

Der Correiro zitiert die auf Anfrage bei Ibama erteilte aktuelle Situation des AKW am Strand des "faulen Steins" als "Betriebsgenehmigung ausgelaufen". Die Nuklearbehörde Cnen sieht das Problem bei Ibama: Das Umweltamt müsse zuerst die Umweltprüfung abschliessen, erst dann könnte die Behörde Cnen ihrerseits die Genehmigung erteilen. Dies ist in den letzten zehn Jahren nicht geschehen.

Im Atomkomplex Angra laufen derzeit zwei Atomkraftwerke, das dritte, Angra 3, wird derzeit gebaut und erhält dafür auch Hermes-Bürgschaften aus Deutschland.

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