Mexiko / Menschenrechte

Oaxaca: Vertriebene Indígenas warten weiter auf Rückkehr

Oaxaca, Mexiko. Die seit September 2010 aus ihrer Gemeinde vertriebenen Triqui-Indígenas im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca warten weiter auf die Möglichkeit, in ihren Heimatort San Juan Copala zurückzukehren. In einer Karawane mit Menschenrechtsaktivisten hatten sie am Wochenende vesucht, nach San Juan Copala im Süden Mexikos zurückzukehren. Weil die Bedingungen für eine sichere Rückkehr nicht gegeben waren, seien sie jedoch von ihrem Plan abgerückt, erklärte eine Sprecherin der rund 135 Familien am Sonntag gegenüber mexikanischen Medien. In der Gegend hätten sich schwer bewaffnete Mitglieder der Gruppen MULT und UBISORT aufgehalten, so Reyna Martínez. "Wir waren kurz davor anzukommen" erklärte die Sprecherin der Vertriebenen, "aber der Gouverneur Gabino Cué kontaktierte uns, um uns zu bitten nicht in das Dorf zu gehen". Im Gegenzug habe er ihnen ein Gespräch angeboten, um über die notwendigen Bedingungen und eine Sicherheitsgarantie zu reden. Die Karawane sei auf das Angebot eingegangen, fordere aber nun eine Entscheidung binnen zehn Tagen, so Martínez.

Die Bewohner der Gemeinde San Juan Copala hatten nach einem Angriff von Paramilitärs im September 2010 ihren Heimatort verlassen. Zuvor litten sie unter einer monatelangen Umkesselung der Gegend durch paramilitärische Einheiten, welche der ehemaligen Regierungspartei PRI nahe stehen sollen. Die Konfrontation hatte sich ergeben, nachdem sich die Bewohner San Juan Copalas zu einer "Autonomen Gemeinde" erklärt hatten. Im April 2010 waren beim Versuch einer Menschenrechtskarawane, den Kessel zu durchbrechen und Lebensmittel sowie Medizin in den Ort zu bringen, zwei Menschen erschossen und sechs verletzt worden.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr