Brasilien / Politik

Brasilien: Streit um Öffnung der Geheimarchive

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Studierende protestieren gegen Sarney
"Sarney raus": Studierende protestieren gegen den Ex-Präsidenten

Brasília. Der seit Jahren schwelende Streit um die Öffnung der noch geheimen Regierungs- und Militärakten in Brasilien geht in eine neue Runde. Brasiliens Ex-Präsident José Sarney (1985-1990) sprach sich gegen die uneingeschränkte Veröffentlichung aller brasilianischen Geheimakten aus.

Dies sagte der ehemalige Staatschef gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur Agência Brasil am Montag.

Hintergrund ist der Plan der Regierung Dilma Rousseffs, alle Akten der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Für Sarney birgt die Veröffentlichungmachung historischer Dokumente die Gefahr, dass "Wunden aufreissen", so die Agência Brasil.

Angesichts des von Sarney und einem weiteren Ex-Präsidenten, Fernando Collor, ausgeübten Druckes würde die Präsidentin Rousseff derzeit überlegen, die im Senat zur Entscheidung anhängige Öffnung der Geheimarchive im Sinne der beiden Ex-Präsidenten dergestalt zu ändern, dass weiterhin für als besonders sensibel erachtete Dokumente die Möglichkeit einer ewigen Sperre gegeben sein müsste. Dies berichtet die Tageszeitung Estadão ebenfalls in ihrer Montagausgabe.

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