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Erdölverträge zwischen Russland und Kuba

Havanna. Kuba und Russland haben drei bei einem Treffen in Havanna Verträge über die Erkundung und Förderung von Erdöl abgeschlossen, wie die kubanische Nachrichtenagentur AIN berichtet. Das russische Staatsunternehmen Zarubezhneft und die staatliche kubanische Firma CUPET sehen darin eine Kooperation im Interesse beider Länder.

Wie der Direktor von CUPET, Raúl Félipe de Prado, nach dem bilateralen Treffen am Freitag vergangener Woche erklärte, wird die Erkundung unter Einführung neuer Technologien bei der Erdölquelle Boca de Jaruco, rund 60 Kilometer östlich von Havanna sein.

Der russische Botschafter Michael Kaminin erläuterte, dass mit diesem Vertrag die kubanisch-russischen Wirtschaftsbeziehungen eine weitere Dynamik erhielten. Nach dem Zusammenbruch der UdSSR waren wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Russland und Kuba abgebrochen. Erst in den letzten Jahren wurden sie wieder aufgenommen. Die einseitige Abhängigkeit Kubas bis 1989 von den sowjetischen Erdöllieferungen führte nach dem Ende der Lieferungen zu der größten wirtschaftlichen Krise in Kuba seit der Revolution 1959.

Kuba will mit dem Abkommen eine weitere Diversifizierung seiner Erdölförderung vorantreiben, um nicht wieder von einzelnen Partnern abhängig zu sein. Vor der Nordküste der Insel werden große Erdölvorkommen vermutet. Von den bislang erkundeten 59 Erdölfeldern sind bereits 20 vergeben, darunter an Unternehmen aus Norwegen, Spanien, Indien, Vietnam, Malaysia und Venezuela. Im vergangenen Jahr förderte Cuba bereits 46 Prozent seines Erdölkonsums, der restliche Bedarf wird mit Lieferungen aus Venezuela gedeckt.

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