Protestmarsch gegen Landvertreibung erreicht Buenos Aires

Buenos Aires. Der Protestmarsch eines breiten Bündnisses von Kleinbauern und indigenen Bewegungen erreichte am Dienstag dieser Woche nach mehr als 700 zurückgelegten Kilometern den Kongress der Hauptstadt Buenos Aires. Die Sozialen Bewegungen, die sich auf ihrem Weg durch die Bundesstaaaten Chaco, Formosa, Salta und Santa Fe unter dem Dach der Nationalen Bauernfront zusammengeschlossen hatten, demonstrierten damit gegen die Vertreibungen von ihren Ländereien durch Großkonzerne und überreichten dem Kongress einen Gesetzesvorschlag für eine soziale Landvergabe um kleinbäuerliche Strukturen im Land aufrecht zu erhalten und eine Landflucht in die urbane Prekarität zu verhindern. Zudem forderte die Bewegung in ihrem Gesetzesvorschlag eine formelle Anerkennung ihrer bisherigen Ländereien durch Grundbucheinträge. Viele Bauern, die seit 20 oder mehr Jahren ihr Land bewirtschafteten, seien durch die fehlende Formalisierung der Eigentumsverhältnisse den Landnahmen finanzkräftiger Konzerne ausgeliefert.

Die weltweit steigende Nachfrage nach Futtermittel und Agrotreibstoffen hat in Argentinien in den letzten Jahren zu einer massiven Konzentration von Landbesitz geführt und dabei Konflikte um Eigentumsrechte mit Kleinbauern und indigenen Bevölkerungsgruppen zusgespitzt. Nationale Großgrundbesitzer konkurrieren bei Aufkauf riesiger Landflächen und Umwandlung in Monokulturen zunehmend mit transnationalen Konzernen. Schätzungen des Verbandes kleiner und mittelständischer Agrarproduzenten (FAA) gehen davon aus, dass in den letzten 20 Jahren rund 10 Prozent der Landfläche Argentiniens an ausländische Investoren verkauft wurde.

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