Santander will Staudamm "San Antônio" doch finanzieren

Brasília. Die spanische Bank Santander will die vorgesehenen Investitionen für den Bau eines Staudamms am Amazonas-Nebenfluss Rio Madeira in Brasilien doch zur Verfügung stellen. Nach zahlreichen Anzeigen und Kritik wegen möglicher Umweltschäden und der Auswirkungen des Projekts auf indigene Völker, hatte Santander die Finanzierung im März zunächst auf Eis gelegt. Die größte Bank Europas wollte mit Investitionen von 400 Millionen US-Dollar in den umstrittenen Bau des Wasserkraftwerks von "San Antônio" im Bundesstaat Rondônia an der Grenze zu Bolivien einsteigen.

Kritiker des Staudammprojektes hatten angeführt, dass dieses und weitere Vorhaben im Amazonasbecken eine Bedrohung für das empfindliche Ökosystem seien. Eines dieser Megaprojekte ist das ebenso umstrittene Wasserkraftwerk Belo Monte am Fluss Xingú. Dort soll der drittgrößte Staudamm der Welt errichtet werden.

Die internationale Menschenrechtsorganisation Survival International wies darauf hin, dass seit Beginn der Bauarbeiten für den Staudamm die Malariafälle in der Region zugenommen haben. Der Bau von Straßen für die Staudämme fördere zudem die Abholzung der Wälder und die Migration in diese Gebiete, was Sicherheit und Lebensqualität der indigenen Gemeinschaften beeinträchtige, so die Organisation.

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