Venezuela: Neue Ministerin will Gefängnisse entlasten

Caracas. Die designierte Ministerin für den Strafvollzug, Iris Varela, will die venezolanischen Gefängnisse durch massive Freilassungen entlasten. Bis zu 20.000 der insgesamt 50.000 Häftlinge könnten die Haftanstalten verlassen, sagte Varela der Tageszeitung El Nacional. Befürchtungen, die Maßnahme könne die angespannte Sicherheitslage weiter verschlechtern, wies sie zurück. Das Sicherheitsproblem sei nicht dadurch gelöst worden, die Leute einzusperren. In den Gefängnissen säßen viele Menschen, die für die Allgemeinheit keinerlei Gefahr darstellten.

Ursprünglich sollte Varela ihre Ernennung am gestrigen Montag entgegen nehmen. Aufgrund einer Erkrankung wurde der Termin jedoch verschoben.

Die Strafanstalten Venezuelas gelten als völlig überfüllt, die Haftbedingungen sind schlecht. Immer wieder kommt es zu Gewaltausbrüchen. Erst kürzlich waren bei einer mehrwöchigen Gefängnisrevolte in der Haftanstalt El Rodeo 30 Menschen getötet worden. Die Schaffung eines eigenen Ministeriums gilt als Antwort auf die Geschehnisse. Die von der Regierung angestrebte "Humanisierung" des Strafvollzuges kann bisher kaum Erfolge aufweisen.

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