Bolivien: Derzeit keine Hinweise auf Todesopfer bei Polizeiaktion

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Evo Morales bei seiner Entschuldigung am Mittwoch.
Evo Morales bei seiner Entschuldigung am Mittwoch

La Paz. Die bisherigen Untersuchungen des bolivianischen Bürgerbeauftragten haben keine Hinweise auf Todesopfer bei der gewaltsamen Polizeiaktion vom Sonntag ergeben. Dies teilte Rolando Villena am Mittwoch in Yucumo (Beni) mit. Dort hatte die Polizei am vergangenen Wochenende mit Schlagstöcken und Tränengas den Protestmarsch indigener Organisationen aufgelöst, der sich gegen den Bau einer Nationalstraße durch das "Indigene Territorium Nationalpark Isiboro Sécure" (TIPNIS) wendete. Nach Medienberichten soll dabei ein Baby umgekommen sein.

Außer Villena soll eine international besetzte Untersuchungskommission die Vorgänge aufklären. Neben Vertretern der Vereinten Nationen sollen dabei auch Repräsentanten des südamerikanischen Staatenbundes UNASUR beteiligt werden. Präsidentschaftsminister Carlos Romero hatte bei ersten Gesprächen mit UN-Vertretern zugesichert, dass der Kommission alle notwendigen Informationen und Beweismaterialien zur Verfügung gestellt würden. Ziel sei es, die Verantwortlichen zu ermitteln.

Am Mittwoch hatte sich Präsident Morales bei den Indigenen des Tieflandes offiziell entschuldigt und versprochen, die Fehler zu korrigieren. Niemand in der Regierung habe geglaubt, dass so etwas den eigenen indigenen Geschwistern passieren würde, sagte er. Morales rief zu weiteren Gesprächen auf. Auch Infrastrukturminister Wálter Delgadillo verwies gestern auf einer Pressekonferenz auf die Notwendigkeit einer nationalen Debatte. Er bestätigte den Beschluss der Regierung, dass alle Baupläne für die Straße durch den Park gestoppt seien und stellte die besondere Bedeutung der 66 indigenen TIPNIS-Gemeinden (comunidades) heraus.

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