Venezuela / Politik

Leichnam von Ex-Präsident Pérez zurück in Venezuela

Caracas. Nach einem monatelangen Rechtsstreit ist am Dienstag der Leichnam des ehemaligen Präsidenten Venezuelas, Carlos Andrés Pérez (CAP) in seinem Heimatland eingetroffen. Pérez war am 25. Dezember 2010 im Alter von 88 Jahren in Florida gestorben. Seitdem stritten seine in Venezuela lebende Ehefrau Blanca Rodríguez und seine Lebensgefährtin Cecilia Matos um den Ort der Bestattung. Während Rodríguez den Körper in Venezuela begraben sehen wollte, forderte Matos eine Beisetzung in den USA. Es sei der Wille Pérez' gewesen, nicht nach Venezuela zurückzukehren, solange der aktuelle Präsident Hugo Chávez an der Macht sei, so Matos.

Nach der Überführung wurde der Sarg mit dem Leichnam des Ex-Präsidenten in der Geschäftsstelle der sozialdemokratischen Partei Acción Democrática (AD) in Caracas aufgestellt, damit sich Familienangehörige, Freunde und politische Begleiter von ihm verabschieden können.

An die venezolanische Regierung hatten Angehörige zuvor die Forderung gerichtet, Pérez mit Ehren zu begraben. Dem kam die Linksregierung jedoch nicht nach, da Pérez mit internationalem Haftbefehl gesucht wurde und die Staatsanwaltschaft seine Auslieferung beantragt hatte. Pérez war 1993 während seiner zweiten Amtszeit wegen Korruption und Amtsmissbrauchs des Amtes enthoben worden und hatte sich daraufhin in die USA abgesetzt. Darüber hinaus wurde ihm vorgeworfen, verantwortlich für die blutige Niederschlagung eines Volksaufstands im Februar 1989 gewesen zu sein. Der damalige Präsident hatte Polizei und Militär mobilisiert, um den so genannten "Caracazo" niederzuschlagen, der in Folge von Pérez verabschiedeter neoliberaler Reformen ausgebrochen war. Dabei wurden hunderte bis tausende Menschen erschossen und viele Oppositionelle gefoltert. Bis heute hat es jedoch keine Verurteilungen gegeben. Allerdings wurden jüngst mehrere Verfahren gegen Verantwortliche eröffnet.

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