Venezuela / Wirtschaft / Umwelt

Disput zwischen Indigenen und Öl-Konzern PdVSA in Venezuela

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Mitglieder der Volksgruppe der Kariña
Mitglieder der Volksgruppe der Kariña

Caracas. Im Nordosten Venezuelas sind mehrere indigene Gemeinden von auslaufendem Erdöl betroffen, nachdem eine Pipeline des staatlichen Energiekonzerns PdVSA geborsten ist. Der Unfall ereignete sich bereits am 22. Februar im nordöstlichen Bundesstaat Anzoátegui. Nach Medienangaben flossen dutzende Tonnen Rohöl unter anderem in die Flüsse Tascabaña und Guanipa, von denen die Versorgung der lokal ansässigen indigenen Bevölkerung abhängt.

In einer öffentlichen Stellungnahme sechs Tage nach dem Zwischenfall kündigte PdVSA einen Notplan an, der "in Rekordtempo" entwickelt werde. Man versuche so, einen "vermutlichen Sabotageakt" zu begegnen: "Angesichts des Anschlags auf eine der Pipelines wurden unverzüglich Maßnahmen durchgeführt, die mit den Sicherheitsnormen für die Erdölindustrie im Einklang stehen und die von den Ministerien für Erdöl, Bergbau und Umwelt eingefordert worden sind". Repräsentanten der Volksgruppe der Kariña wiesen die Darstellung zurück, nach denen es sich um einen mutmaßlichen Sabotageakt handelt. "Wir sind sehr unzufrieden mit dieser Situation, weil die Rohleitungen schon recht alt sind und ersetzt werden sollten", sagte Sair Martínez, Vorsitzender der Indigenengemeinde Tascabaña I, der Tageszeitung El Nacional. Einen Sabotageakt gegen die Pipelines schloss der Indigenenvertreter schon deshalb aus, "weil wir wissen, dass dann unsere Flüsse verschmutzt werden".

Der Präsident des Bezirksrates von Freites, Benito Machuca, gab bekannt, dass die Bewohner der indigenen Gemeinden eine Petition an die Regierungsbehörden verfasst hatten. Darin forderten sie sowohl eine Entschädigung für die betroffenen Anwohner als auch, dass die angebliche Sabotage untersucht und bewiesen werden solle.

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