San Cristóbal de las Casas. Vom 28. September bis zum 2. Oktober hat in Chiapas der 17. Kongress "Ethik, Politik und Popularmusik" mit Wissenschaftler:innen aus ganz Lateinamerika stattgefunden. Die Veranstaltung wurde vom IASPM-AL, dem lateinamerikanischen Zweig des internationalen Verbands für die Erforschung der Populärmusik" (IASPM), organisiert.
Auf dem Kongress wurde ein interdisziplinärer Raum des Austauschs geschaffen, in dem die lateinamerikanische und karibische Popularmusik ausgehend von den ethischen und politischen Fragen, die das Zusammenleben prägen, in all ihren ästhetischen Dimensionen, Verwendungsweisen und historischen Epochen reflektiert wurde. Die Musikszene lässt sich nach Ansicht der Veranstalter:innen nicht losgelöst von sozialen Konflikten und Spannungen betrachten, weshalb die Schnittstellen zwischen Ethik, Politik und Popularmusik einen zentralen Ausgangspunkt der Diskussionen auf dem Kongress bildeten.
Von Musikpädagogik und Maßnahmen zur Förderung kultureller Vielfalt über Popmusik in der Unterhaltungsindustrie, lateinamerikanische Musikproduktion und die Auswirkungen künstlicher Intelligenz (KI) auf die Entstehung, den Konsum und die Verbreitung von Popularmusik bis hin zu den erzählenden mexikanischen Volksliedern, den sogenannten "Corridos" des 20. Jahrhunderts, Frauen in der Musik, Protestmusik sowie indigenen und afro-lateinamerikanischen Musiktraditionen deckten die insgesamt 18 Symposien ein breites Themenspektrum der lateinamerikanischen Popularmusik ab.
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Ergänzt wurden die Symposien durch Diskussionsrunden, Bücherausstellungen und tägliche Konzerte, unter anderem von Gala de Marimbas, Zeiba Kuicani mit Huapango-Rap und Sak Tzevuk mit Rockmusik in indigenen Sprachen wie Tsotsil. Dabei ergänzte der Erfahrungsaustausch mit praktizierenden Musiker:innen die theoretische Arbeit der Wissenschaftler:innen und Akademiker:innen. Darüber hinaus boten der musikalische Abschluss eines Symposiums und eine Jam Session Gelegenheit zum gemeinsamen Musizieren.
Der Verein IASPM-AL wurde am 8. Oktober 1995 in Buenos Aires gegründet. 1997 veranstaltete er erstmals einen Kongress in Santiago de Chile, 2000 fand die erste Mitgliederversammlung in Bogotá statt. Seither hat der Verein zahlreiche Kongresse organisiert, unter anderem in Brasilien, Mexiko, Argentinien, Kuba, Peru, Venezuela, Puerto Rico, Kolumbien und Chile. Derzeit hat die IASPM-AL etwa 350 aktive Mitglieder aus rund 15 Ländern.

