Argentinien kritisiert nach Verstaatlichung Forderung Spaniens

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Vize-Minister Kicillof in Debatte mit Oppositionellen
Vize-Minister Kicillof in Debatte mit Oppositionellen

Buenos Aires. Nach der angekündigten Verstaatlichung des Erdölunternehmens YPF hat die argentinische Regierung die vom spanischen Energiekonzern Repsol geforderte Entschädigungssumme als zu hoch zurückgewiesen. Repsol ist einer der Eigentümer des ehemaligen Staatskonzerns, der unter der neoliberalen Regierung von Carlos Menem zum überwiegenden Teil privatisiert worden war.

Argentiniens Vize-Wirtschaftsminister Axel Kicillof – der als führender Kopf hinter der Re-Nationalisierung von YPF angesehen wird – kündigte in Debatten mit Oppositionspolitikern eine Überprüfung der von Repsol geforderten zehn Milliarden US-Dollar Gesamtwert an. Diese Summe hatte Repsol-Präsident Antonio Brufau ins Spiel gebracht.

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Nach einem Bericht des spanischen Dienstes der Nachrichtenagentur Reuters wird nach der bevorstehenden Staatsübernahme des Konzerns eine Steigerung der Fördermengen erwartet. Die Zunahme wird auf 2,5 Prozent geschätzt. Zudem heißt es bei Reuters, dass die argentinische Regierung wohl die Raffinierung von Rohöl im eigenen Land vorantreiben werde, um wiederkehrende Versorgungsprobleme zu lösen.

Die Verstaatlichung des Konzerns hat eine schwere diplomatische Krise zwischen Argentinien auf der einen Seite und Spanien sowie der EU auf der anderen  Seite provoziert. Spanische Funktionäre drohten Buenos Aires mit einem "Wirtschaftskrieg". In Lateinamerika wurde der Schritt jedoch weitgehend gutgeheißen. Ausdrücklich zustimmend äußerten sich Brasilien und Venezuela.

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