Vatikan versetzt Bischof Ramazzini in Konfliktregion Huehuetenango

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Ramazzini ist für sein soziales Engagement bekannt
Ramazzini ist für sein soziales Engagement bekannt

Guatemala-Stadt. Der katholische Bischof und Menschenrechtsaktivist Alvaro Ramazzini ist als Nachfolger des aus Altersgründen zurückgetretenen Bischofs der Stadt Huehuetenango im Nordwesten Guatemalas ernannt worden. Ramazzini leitete während 23 Jahren die Diözese von San Marcos. Er hat sich national und international mit seinem Engagement für die Rechte der Landarbeiter, der Indigenen und der Migranten einen Namen gemacht.  Ramazzini unterstützt seit Beginn die Gemeinden im Hochland von San Marcos, die sich gegen die Präsenz der Mine Marlin des kanadischen Unternehmens Goldcorp wehren. Er kritisierte wiederholt auch Megaprojekte, Monokulturen oder den Bergbau und die damit zusammenhängenden Umweltschäden.

Zur Diözese Huehuetenango, der Ramazzini neu vorsteht, gehört auch Santa Cruz Barillas, das sich aktuell im Ausnahmezustand befindet, weil sich die dortige Bevölkerung gegen den Ausbau eines Staudammprojekts wehrt. Entsprechend meint Daniel Pascual von der Bäuerinnen- und Bauernvereinigung CUC: "Wir müssten Monseñor Ramazzini klonen können, damit er in all den Regionen präsent sein kann, in denen es soziale Konflikte gibt." Zudem betonte er die Notwendigkeit, dass sich die Bischöfe der Region mit den Realitäten auseinandersetzen, in denen die Bevölkerung lebt.

Andrés Castillo, Präsident des Unternehmerverbandes CACIF, hingegen kritisiert, dass Ramazzini selbst in seinen Gottesdiensten gegen "Inversion und Fortschritt" gepredigt habe und so das Land zu "spalten" versuche. Dabei sei es die Aufgabe der katholischen Kirche, die Bevölkerung zu einen.

Alvaro Ramazzini wird sein Amt in Huehuetenango am 14. Juli antreten. Bereits in einem ersten Interview anlässlich seiner Ernennung kritisierte er den Ausnahmezustand in Barillas scharf.

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