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US-Militär baut Präsenz in Honduras weiter aus

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US-Luftwaffenstützpunkt Soto Cano in Honduras
US-Luftwaffenstützpunkt Soto Cano in Honduras

Tegucigalpa/Washington. Die US-Armee baut ihren militärischen Einfluss in Honduras mit der Zustimmung der De-facto Regierung des Präsidenten Porfirio Lobo weiter aus. Dies geht aus einem Artikel der New York Times (NYT) hervor. So wurden vor kurzem drei neue US-Stützpunkte in Honduras errichtet, hauptsächlich um den Anti-Drogen-Kampf der honduranischen Armee und der US-Antidrogenbehörde DEA zu unterstützen. Dabei werden im Kampf gegen den Drogenhandel auch Taktiken aus der Aufstandsbekämpfung und Truppen mit Erfahrung in Afghanistan und Irak eingesetzt.

Laut der NYT zeigt sich darin auch die neue Art der US-Kriegsführung: "Kleine Missionen mit einer begrenzten Zahl von Soldaten, Partnerschaften mit ausländischen Militär- und Polizeieinheiten, welche die Führung von Missionen übernehmen, und eng definierte Ziele, die auf Aufständische, Terroristen oder kriminelle Gruppierungen abzielen, welche die amerikanischen Interessen bedrohen."

Soziale Gruppierungen und Menschenrechtsorganisationen kritisieren schon seit langem den Einfluss und die Stationierung von US-Streitkräften in Honduras. Sie verweisen dabei auch auf die Rolle des US-Militärs in Honduras während des Contra-Krieges gegen die sandinistische Regierung in Nicaragua in den 1980er Jahren. Erneute Brisanz gewann das Thema Anfang Mai, als in der Nähe des Dorfes Ahuás bei einem Antidrogeneinsatz unter Beteiligung von US-Sicherheitskräften von Helikoptern aus auf ein unbeteiligtes Passagierschiff geschossen wurde. Dabei wurden vier Zivilisten getötet.

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