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Ecuador entsendet keine Soldaten mehr zur US-Militärschule

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Aktivisten der SOA Watch mit Correa und Patiño
Aktivisten der SOA Watch mit Correa und Patiño

Quito. Ecuadors Regierung wird keine Soldaten und Polizisten mehr zu Ausbildungszwecken in die US-Militärschule Western Hemisphere Institute for Security Cooperation (WHISC) entsenden. Dies teilte der Außenminister des südamerikanischen Landes, Ricardo Patiño, über Twitter mit. Patiño nutzte die Gelegenheit zugleich, den ehemaligen US-Abgeordneten Martin Meeham zu zitieren: Wenn es ein Treffen von ehemaligen Schülern der 1946 unter dem Namen "School of the Amerikas" (SOA) gegründeten Militärschule gäbe, träfen sich dort die schlimmsten Menschenrechtsverletzer und Putschisten des ganzen Kontinents wieder. Ecuadors Verteidigungsminister Miguel Carvajal bestätigte im Präsidentenpalast die Entscheidung gegenüber der Presse.

Die US-amerikanische Nichtregierungsorganisation SOA Watch hatte eine Petition an Ecuadors Regierung gerichtet, keine Soldaten oder Polizisten mehr zu der berüchtigten Akademie zu entsenden. In Quito fand daraufhin ein Treffen mit Präsident Rafael Correa statt, bei dem der katholische Priester Roy Bougeois, Gründer der Organisation SOA Watch, ihm die Petition übergab. Seit 2006 haben auf Bitte von SOA Watch schon Venezuela, Argentinien, Bolivien und Uruguay die Zusammenarbeit mit der Militärschule engestellt.

Die Schule war 1946 in Panama gegründet worden und nach zunehmender Kritik 1984 in die US-Militärbasis Fort Benning im US-amerikanischen Bundesstaat Georgia verlegt worden. SOA Watch wirft der Schule vor, für tausende Tote und Gefolterte in Lateinamerika verantwortlich zu sein. Es wird angenommen, dass 65.000 Soldaten aus Lateinamerika und der Karibik an der Akademie ausgebildet wurden, die dem Südkommando der USA untersteht.

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