Indigene in Cauca aktiv für Demilitarisierung

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Abbau einer befestigten Stellung des kolumbianischen Militärs
Abbau einer befestigten Stellung des kolumbianischen Militärs

Cauca. In Kolumbien sind hunderte Mitglieder indigener Volksgruppen gegen einen Militärstützpunkt vorgegangen und haben ihn kurzfristig besetzt. Mit den Aktionen forderten die Bewohner der Ortschaft Toribío die Demilitarisierung der Region. Eine Gruppe von etwa 400 Personen hatte am Donnerstag die Sendetürme eines Militärstützpunktes zerstört. Seit Beginn der Woche hatten die Anwohner bereits zahlreiche befestigte Stellungen und Schützengräben sowohl der Streitkräfte als auch der FARC-Guerilla abgebaut. Eine Delegation der indigenen Gemeinden ist zu den Lagern der Aufständischen aufgebrochen, um sie von weiteren Angriffen auf das Militär abzuhalten.

Nach einer außerordentlichen Ministerratssitzung am Mittwoch in Toribío  bekräftigte Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos, die Aufgabe der Truppen sei, die Sicherheit der Bevölkerung und die Kontrolle der Region zu garantieren. Seine Regierung werde "keinen Millimeter dieses Territoriums demilitarisieren". Santos kündigte die Umsetzung des "Plan Cauca" an, eines Investitionsprogramms der Regierung, das zum sozialen Fortschritt in der Region beitragen werde. Wie die Korrespondentin des lateinamerikanischen Nachrichtensenders Telesur, Angie Camacho, berichtet, fürchten die Bewohner der Region diese Art von Regierungsprogrammen ebenso wie die Zusammenstöße zwischen Militär und FARC und die ständigen Präsenz der Luftwaffe, da sie "inmitten des Konfliktes und ohne jede Garantie" stattfinden und nicht mit der Bevölkerung gemeinsam geplant werden.

Vertreter der indigenen Gemeinden in Cauca zeigten sich enttäuscht vom Besuch des Präsidenten. Sie seien nicht in die Diskussion der sozialen und Sicherheitsprobleme einbezogen worden. Die Behauptung von Santos, die Streitkräfte kontrollierten dieses im Südwesten des Landes gelegene Gebiet, entspräche nicht den Tatsachen. So sei zwar bei der Ankunft des Präsidenten und seiner Minister in Toribío die gesamte Innenstadt vom Militär besetzt gewesen, aber einen Kilometer weiter im Hinterland kontrollierten die FARC alle Wege, erklärten die Bewohner in einem Kommuniqué, das vom Verband der indigenen Gemeinden von Nord-Cauca am Donnerstag verbreitet wurde. Außerdem sei am Tag der Ministerratssitzung ein Militärflugzeug von den FARC abgeschossen worden.

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