Lebenslange Haft für Ex-Militärs in Argentinien

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Opfer der Militärdiktatur
Opfer der Militärdiktatur

Buenos Aires. Ein argentinisches Gericht hat 14 Ex-Militärs und ehemalige Polizisten zu lebenslangen Haftstrafen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit während der letzten Militärdiktatur (1976-1983) verurteilt. Bei den Verurteilten handelt es sich um den Ex-Brigadegeneral Juan Manuel Bayón, sechs Oberste, drei Oberstleutnants, einen Major und drei ehemalige Polizisten. Ihnen werden in 90 Fällen schwere Verbrechen vorgeworfen, die auf dem Gelände des 5. Armeekorps begangen wurden: Freiheitsberaubung, wiederholte Anwendung von Folter und Totschlag.

Das Gericht in Bahia Blanca (Buenos Aires) ordnete an, dass bereits erfolgte Freilassungen und Hausarreste zu widerrufen und die Verurteilten in ein Gefängnis zu überstellen seien. Noch vor der Urteilsverkündung forderte Nora Cortiñas, Leiterin der Mütter der Plaza de Mayo, weitere Anstrengungen zu unternehmen, damit kein Täter straflos bleiben kann.

Derweil melden argentinische Medien, dass in Comodoro Rivadavia im Süden des Landes der Prozess gegen Verantwortliche des Massakers von Trelew mit dem Anhören von Tonbändern mit Zeugenaussagen der drei Überlebenden des Verbrechens fortgesetzt wurde. 1972 hatten Militärs auf dem Marineflughafen in Trelew 16 politische Gefangene erschossen.

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