Schließung von US-Militärakademie WHINSEC gefordert

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Beim Protest gegen die SOA verhaftet: Nashua Chantal
Beim Protest gegen die SOA verhaftet: Nashua Chantal

Fort Benning/Georgia. Am vergangenen Wochenende haben sich Gegner der US-Militärakademie School of the Americas (SOA) zur jährlichen Demonstration im US-Bundesstaat Georgia zusammengefunden und die Schließung dieser Institution gefordert. Im Zuge der Demonstration wurde ein Mann festgenommen. Die friedliche Protestaktion hatte am Freitag begonnen und endete am Sonntag mit einem Gedenkmarsch für die Folter- und Mordopfer der Militärdiktaturen in Lateinamerika. Im Vorfeld hatten Mitglieder der Organisation SOA Watch am 13. November dem Sicherheitsbeauftragten von US-Präsident Barack Obama, Denis Donough, ihr Anliegen vorgetragen.

Die Militärakademie wurde im Jahr 1946 in Panama gegründet, 18 Jahre später jedoch nach Georgia/USA verlegt. Seit dem Jahr 2000 heißt die Schule nun Western Hemisphere Institute for Security Cooperation (WHINSEC). In den letzten Jahren haben immer mehr lateinamerikanische Staaten ihre Zusammenarbeit mit der WHINSEC aufgekündigt, zuletzt Argentinien, Bolivien, Ecuador, Nicaragua, Uruguay und Venezuela.

An der SOA wurden in der Vergangenheit viele lateinamerikanische Soldaten zur Aufstandsbekämpfung in Techniken des Verhörs und der psychologischen Kriegsführung geschult. Die Organisation SOA Watch spricht von mehr als 60.000 Militärs, viele von ihnen seien in die Militärdiktaturen der letzten Jahrzehnte in Lateinamerika involviert gewesen. Daher macht SOA Watch die Schule für die Ermordeten und Gefolterten mitverantwortlich. Die School of the Americas spielt eine grausame Rolle in diesen Aktionen, sagte Demonstrant Ka Rodriquez vom Earlham College in Indiana. Mit der Finanzierung der Schule würde in Militarisierung investiert, die letztendlich zur Verletzung von Menschenrechten führe.

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