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Keine nicaraguanischen Soldaten mehr an der "School of the Americas"

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Protest vor der US-Militärakademie in Fort Benning
Protest vor der US-Militärakademie in Fort Benning

Managua. Nicaraguas Präsident Daniel Ortega hat angekündigt, künftig keine Soldaten mehr zur Ausbildung an die einst als "School of the Americas" (SOA) bekannte US-Militärakademie im US-Stützpunkt Fort Benning zu entsenden. Ortega sagte diesen Schritt bei einem Treffen mit einer Delegation des US-amerikanischen Solidaritätsnetzwerks Nicaragua Network (Nicanet) und der Organisation School of the Americas Watch (SOAW) zu.

"Alle Länder Lateinamerikas sind Opfer ihrer Absolventen gewesen. Die SOA ist ein Symbol von Tod und Terror. Deshalb haben wir die Zahl unserer Truppen in der SOA reduziert", so Ortega. Im vergangenen Jahr habe Nicaragua lediglich fünf Soldaten entsandt und im laufenden Jahr keinen Militärangehörigen mehr, sagte Ortega während des Treffens. Bereits vor der Aufkündigung der Zusammenarbeit mit dem "Western Hemisphere Institute for Security Cooperation", wie die Militärakademie seit einigen Jahren heißt, war Nicaragua aus dem Militärpakt der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) ausgetreten.

Ortega wies auf die Schwierigkeiten eines kleinen und verarmten Landes wie Nicaragua mit einer großen ökonomischen Abhängigkeit von den USA hin. In dieser Situation sei die gegenseitige Unterstützung unter den lateinamerikanischen Staaten besonders wichtig.

Die ehemalige "School of the Americas" wurde 1946 in Panama gegründet und 1984 aus Panama in die USA verlegt. Sie dient dazu, lateinamerikanische Soldaten in Kriegstechniken und Aufstandsbekämpfung zu schulen. Vor Nicaragua haben bereits Argentinien, Bolivien, Ecuador und Venezuela die Zusammenarbeit mit der Militärakademie beendet. 

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