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Minengegner treffen sich in Südmexiko

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Gegner des unkontrollierten Bergbaus mobilisieren in Südmexiko
Gegner des unkontrollierten Bergbaus mobilisieren in Südmexiko

Comalapa, Mexiko. Ende November sind im Regierungsbezirk Comalapa im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas Vertreter von sozialen Bewegungen, Bauernorganisationen, kirchlichen Gemeinden, Gewerkschaften und Menschenrechtsgruppen aus 20 Gemeinden zusammengekommen, um gemeinsame Aktionen gegen den Bergbau in der Region zu beraten. Außerdem waren Delegierte aus Kolumbien, Guatemala, Kanada und anderen Bundesstaaten Mexikos anwesend.

Der industriellen Bergbau und die Entwicklung einer gemeinsamen Strategie dagegen standen im Zentrum der Zusammenkunft. Seit dem Jahr 2000 wurden allein im südlichen Bundesstaat Chiapas 164 Minenprojekte mit einer Dauer zwischen sechs und 50 Jahren initiiert. Ein Großteil der Minen wird von kanadischen Unternehmen geleitet. Laut der Minengegner erfahren diese in fast allen Fällen bedingungslose Unterstützung der Bundesregierung und der Regionalregierungen.

In einer abschließenden Erklärung machten die Minengegner auf die mit den gängigen Bergbauverfahren einhergehenden Folgen aufmerksam: Enteignung und Vertreibung, Entwaldungen, Verbrauch der lokalen Trinkwasserressourcen, Krankheiten durch die Verschmutzung von Flüssen und der Luft mit Chemikalien, Spaltung der Gemeinden in Minenbefürworter und -gegner und Morde an Aktivisten. Die vom Bergbau in Anspruch genommene Fläche in Chiapas wird von den Unterzeichnern der Erklärung auf eineinhalb Millionen Hektar geschätzt.

Der Zeitpunkt des Forums wurde zum Gedenken an den Minengegner Mariano Abarca gewählt, der am 27. November 2009 in einer benachbarten Stadt des Treffens ermordet wurde. Neben ihm sind in verschiedenen Teilen Mexikos, vor allem in den Bundesstaaten Oaxaca und Guerrero, in den letzten Jahren mindestens sieben weitere Fälle bekannt, bei denen Aktivisten bei Auseinandersetzungen um Minenprojekte ums Leben gekommen sind.

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