Managua. Der Präsident der nicaraguanischen Bischofskonferenz, Leopoldo Brenes, hat nach Angaben der regierungskritischen Tageszeitung La Prensa Zahlungen der Regierung an Geistliche beklagt. Brenes forderte die Betroffenen auf, sich von dieser "wirtschaftlichen Unterstützung" nicht in ihrem Handeln beeinflussen zu lassen.
Silvio Baéz, Weihbischof von Managua und ein bekannter Kritiker der Regierung von Präsident Daniel Ortega, äußerte ebenfalls in La Prensa die Vermutung, dass die mutmaßlichen Geldzuwendungen Wirkung auf die Haltung von Kardinal Miguel Obando y Bravo gehabt hätten, der die Ortega-Regierung zuletzt unterstützte.
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Obando y Bravo, der in den achtziger Jahren ein entschiedener Gegner der Sandinistischen Revolution war, hält derzeit den Posten des Koordinators der Kommission für Aussöhnung, Gerechtigkeit und Frieden der Regierung Ortega inne. Die Bischofskonferenz hat sich von ihm wiederholt distanziert.
Die konservativ orientierte katholische Kirche stellt in Nicaragua einen bedeutenden Machtfaktor dar, den die Regierung Ortega politisch einzubinden versucht.

