ThyssenKrupp soll für Schäden in Brasilien einstehen

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Protest während der ThyssenKrupp-Hauptversammlung 2011 in Bochum
Protest während der ThyssenKrupp-Hauptversammlung 2011 in Bochum

Berlin. Der Dachverband der Kritischen Aktionäre und andere Nichtregierungsorganisationen haben den deutschen Stahlkonzern ThyssenKrupp aufgefordert, für die durch das Stahlwerk in Brasilien entstandenen Schäden Verantwortung zu übernehmen. Das Bündnis lehnt einen Verkauf des defizitären Stahlwerks von ThyssenKrupp ab, bevor geschädigte Gruppen an der Bucht von Sepetiba und in Rio de Janeiro entschädigt worden sind.

"Der Vorstand von ThyssenKrupp hat gegen die Regeln verantwortungsvoller Unternehmensführung verstoßen", sagte der Geschäftsführer der Kritischen Aktionäre, Markus Dufner, in einer Pressemitteilung des Bündnisses. Gravierend sind nach Dufners Darstellung "Missmanagement beim Stahlwerksbau in Brasilien, der Umgang mit Entschädigungsforderungen und die Rüstungsgeschäfte mit undemokratischen Staaten". Vor allem der langjährige Aufsichtsratsvorsitzende Gerhard Cromme stehe für den "moralischen Niedergang bei ThyssenKrupp".

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Nach Darstellung von Marcos da Costa Melo von der Kooperation Brasilien (KoBra) aus Freiburg haben mangelhafte Planung, Ausführung und Inbetriebnahme des größten Stahlwerks in Lateinamerika die Existenz von 8.000 Fischern vernichtet und bei der lokalen Bevölkerung zu schweren Gesundheitsschäden geführt.

Christian Russau vom Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika (FDCL) und Amerika21.de-Autor sagte: "ThyssenKrupp ist den erhobenen Vorwürfen weder ausreichend nachgegangen, noch hat es durch geeignete Maßnahmen dafür gesorgt, eine weitere Gesundheitsgefährdung der Anwohner auszuschließen." Nach dem letzten großen Staubniedergang auf die angrenzenden Wohngebiete Ende Oktober 2012 hätten die Behörden mit der Schließung gedroht. ThyssenKrupp habe auch zweieinhalb Jahre nach Betriebsbeginn des TKCSA-Werks in Rio keine definitive Betriebsgenehmigung und werde sie angesichts der vom Werk ausgehenden anhaltenden Umweltverschmutzung auch in Zukunft wohl nicht erhalten, so Russau weiter.

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