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Chávez warnt vor Putschversuch

Möglicherweise Destabilisierungskampagne im Vorfeld der venezolanischen Parlamentswahl geplant

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Francisco Chávez Abarca vor seiner Auslieferung nach Kuba
Francisco Chávez Abarca vor seiner Auslieferung nach Kuba

Caracas. Der venezolanische Präsident Hugo Chávez hat Teile der Opposition beschuldigt, durch mediale Angriffe auf die Regierung einen Putsch nach honduranischem Vorbild vorbereiten zu wollen. Er könne zudem nicht ausschließen, dass vor der versuchten Einreise des Salvadorianers Francisco Chávez Abarca weitere Terroristen unentdeckt nach Venezuela gelangt seien, sagte Chávez in seiner sonntäglichen Fernsehsendung Aló Presidente

Chávez Abarca war am 1. Juli am internationalen Flughafen Maiquetía, nördlich von Caracas, festgenommen worden. Nach den Verhören lieferte Venezuela ihn nach Kuba aus, wo ihm die Durchführung mehrerer Bombenattentate in den 1990er Jahren vorgeworfen wird.

Vor laufenden Kameras des multistaatlichen Fernsehsenders Telesur hatte Chávez Abarca unter anderem zugegeben, im Auftrag des exlkubanischen Terroristen Luís Posada Carriles zu handeln. Die venezolanischen Parlamentswahlen im September habe er im Vorfeld durch verschiedene Sabotageakte stören wollen.

Hugo Chávez zeigte sich überzeugt davon, dass Chávez Abarca angeheuert wurde, "um mich zu töten". Innerhalb der venezolanischen Opposition habe "mehr als einer" von der geplanten Einreise des Salvadorianers gewusst. Damit nahm der venezolanische Präsident Bezug auf Alejandro Peña Esclusa, der am 12. Juli verhaftet wurde und in enger Verbindung zu Chávez Abarca stehen soll. Bei einer Durchsuchung seines Hauses hatte die Polizei unter anderem Plastiksprengstoff und Zündkapseln gefunden.

Peña Esclusa gilt als radikaler Gegner von Hugo Chávez und anderer linksgerichteten Regierungen in Lateinamerika. Er ist Präsident der ultrarechten Organisation UnoAmérica, die den Putsch in Honduras offen unterstützt hat. Im vergangenen Jahr hatte er im Vorfeld der Wahlen in El Salvador zudem offensiv vor der Errichtung einer "chavistischen Diktatur" gewarnt, sollte die FMLN mit ihrem gemäßigt linken Kandidaten Mauricio Funes gewinnen.

In Venezuela selbst ist Peña Esclusa seit Mitte der 1990er Jahre am rechten Rand aktiv, übt in der Bevölkerung jedoch kaum politischen Einfluss aus. Bei den Präsidentschaftswahlen 1998 erreichte er als unabhängiger Kandidat 0,04 Prozent der Stimmen. Verbindungen mir dem Salvadorianer Chávez Abarca streitet er ab. Seine Ehefrau Indira de Peña bezeichnete die erhobenen Vorwürfe als "inszeniert".

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